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Dreamend

»So I Ate Myself, Bite By Bite«

[Pias / Rough Trade / VÖ: 05.11.2010 ]

Text: Christian Steinbrink

Viel hat sich in den letzten Jahren an den Deutungsmustern von klassisch amerikanischem Folk verändert. Diverse Substile führten dazu, dass diese altehrwürdige Musik mittlerweile sogar in Zusammenhänge eingeordnet werden kann, denen sie sich immer verweigerte. Als Ausdruck von urbanem Leben zum Beispiel. Kam bei Bands aus diesem Segment aber ein Banjo ins Spiel, hatte die Dekonstruktion der Postmoderne kein Gewicht mehr - niemand hat es bislang geschafft, das nervenzerrende Instrument aus der Hillbilly-Ecke herauszuführen.


Genau daran versuchen sich Dreamend aus Chicago, und dieses Experiment ist verwirrend genug, um einmal mehr hinzuhören. Ihr Banjo ist genauso Grundlage ihrer Songs wie alte Orgeln, was zunächst dazu führt, die eigentlich sehr leichtfüßigen Songs als historisches Kunsthandwerk abzukanzeln. Tatsächlich sind die Arrangements der zehn Songs aber enorm vielfältig und ausfasernd und vernachlässigen eindeutige Atmosphären. Die Platte ist voller Experimente in Arcade-Fire-Indie und trotzdem so hintersinnig, glatte Pop-Oberflächen aufrechtzuerhalten. Das schaffen so nur wenige.

In drei Worten: FIDDLE / SYNTHIE / US-INDIE

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