Antony And The Johnsons
»Swanlights«
[Beggars / Indigo / VÖ: 08.10.2010 ]
Text:
Frank Schuster
[1 Kommentar]
Schwulst-Camp à la Freddie Mercury oder Kunst-Camp à la Bryan Ferry – wie auch immer!
Ein leise hingetupftes Klavier, eine sanft perlende Harfe, ein Gesamtsound, der zwischen klassisch-romantischer Musik und Weird Folk oszilliert. "Everything Is New" heißt das seltsam monotone Eröffnungsstück von Antony And The Johnsons’ neuer CD "Swanlights".
So viel Neues jedoch hat das vierte Album von Sänger Antony Hegarty und seiner Band – abgesehen von einer dezenten Erweiterung der Klangfarbpalette durch strange Sounds wie Streicher-Teppiche, E-Gitarren-Drones und eben Harfengezupfe – gar nicht zu bieten. Zum Glück eigentlich. Denn erneut sind die sperrig-spinnerten, das Popformat sprengenden Arrangements und Hegartys tremolierende Tenorstimme beeindruckend.
Machen Antony And The Johnsons eigentlich Musik, die man noch als Pop fassen könnte? Sie treten ja mitunter in Opernhäusern auf, von Sinfonieorchestern begleitet, damit Hegartys Belcanto erst so recht zur Geltung komme. Schwulst-Camp à la Freddie Mercury oder Kunst-Camp à la Bryan Ferry – wie auch immer: In puncto Anverwandlung von Elementen klassischer Musik, ohne dabei gleich ins Pompös-Progrockige abzudriften, gibt es zurzeit vielleicht nur mit Joanna Newsom Vergleichbares. Höhepunkte auf "Swanlights" sind das düstere Titelstück mit seinem unheilvollen Gitarren-Gedröhne und das kammermusikalisch-träumerische "The Spirit Is Gone" sowie "Flétta", ein großartiges Duett mit Björk.
In drei Worten: Kammermusikpop / Spinnert / Kunst-Camp
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Kommentare
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krachmachen 18.09.2010 | 11:04:38
tremolierende Tenorstimme???
huh, da ist das alliterations-pferdchen aber durchgegangen. klingt ja auch so schön.
dumm nur, dass antony gar nicht mehr tenor singt und dass man in der stimme ein vibrato und kein tremolo hat...
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