Giggs
»Let Em Ave It«
[XL Recordings / Indigo / VÖ: 23.07.2010 ]
Text:
Martin Riemann
„Slow Flow“ nennt er seinen Sound. Klar, und VW rollt demnächst mit einem Auto, das nur Schritttempo fährt, dafür aber umso mehr verbraucht, den Markt von hinten auf.
Auf dem Cover ihres ersten Major-Deals präsentiert sich diese neue britische HipHop-Hoffnung als eine Art Superheld, der allein mit der Kraft seiner Stimme Polizisten und Richter in Panik versetzt. Gute Idee, nur ist das ungefähr so irreführend, als würde sich Lemmy von Motörhead mit einer Piccoloflöte ablichten lassen. Die tatsächliche Reaktion der abgebildeten Ordnungshüter müssten schläfrige Gesichter oder dezentes Gähnen sein, denn mit Giggs schickt England den tonlosesten Rapper aller Zeiten ins Rennen.
Schon am Anfang klingt seine Stimme so, als ließe man eine 50-Cent-Single auf 33 ableiern. Zwar sind wir hier beim Intro, wo man bedeutungsschwangere Töne gewohnt ist, doch leider ändert sich an der faden Stimmlage und dem greisenhaften Tempo der Raps über die gesamte Albumlänge rein gar nichts. Nuancen, my ass. Giggs verkauft den Stil, mit dem er seine Kleinkriminellenkarriere floskelhaft Revue passieren lässt, als „Slow Flow“. Klar, und VW rollt demnächst mit einem Auto, das nur Schritttempo fährt, dafür aber umso mehr verbraucht, den Markt von hinten auf.
In drei Worten: VW / Greis / Lobotomie-Rap
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