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Ghinzu

»Mirror Mirror«

[Pias / Rough Trade / VÖ: 20.08.2010 ]

Text: Ben Köhler

Je mehr man dieses Album nutzt, desto schärfer wird seine Klinge. Nicht schlecht und aus Belgien.

Belgische Bands haben es aber auch schwer. Nahezu unmöglich scheint es, aus dem Schatten der großen zwei (dEUS fürs Fach Pop/Rock, Soulwax bei Electro) zu treten und über die Landesgrenzen hinaus wahrgenommen zu werden. Auch Ghinzu mussten diese Lektion lernen, zumal der Sound ihrer ersten beiden Alben sogar ähnlich ausfiel wie der von Tom Barman und Gang. „Mirror Mirror“, endlich auch hier erhältlich, markiert nun den Ausbruch aus dieser verzwickten Lage, indem sich die Band mehr dem Pop öffnet.


Der ist zwar immer noch noisig, bisweilen sogar regelrecht rockig, doch fällt er bei Weitem nicht mehr so experimentell aus, wie es beispielsweise auf „Blow“ der Fall war. Dennoch ist auch „Mirror Mirror“ keinesfalls ein Album, zu dem man mal eben den Sportteil der Zeitung durchliest. Man muss sich reinhören, eingraben, bis es Klick macht. Pures Kalkül, schließlich ist der Bandname nicht umsonst von der amerikanischen Messer-Marke „Ginsu“ entlehnt, die mit folgendem Slogan wirbt: „The more you use it, the sharper it gets.“

In drei Worten: Belgien / Noise-Pop / Kalkül

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