Early Man
»Death Potion«
[The End / Soulfood / VÖ: 23.07.2010 ]
Text:
linus volkmann
Thrash-Metal-Travestie – eine Hommage, ein Gag, beides gleichzeitig? Sorry, zu indifferent – grabt euch wieder ein.
Als größter Feind des Metal gilt gemeinhin die Ironie. Denn wenn man über Blind Guardian lacht, weil sie verkitschtere Themen anfassen als Harry Potter und Mittelaltermärkte zusammen, dann kann man doch einfach nicht mehr vernünftig abmoshen. Dennoch: Mit dem Comeback des Metal letztes Jahrzehnt hat auch seine Travestie Einzug gehalten. Metal ist längst nicht mehr bedrohlich, sondern streng genommen eben konservativ und komisch.
Eine Zuschreibung, die natürlich kein Involvierter gern hört. Daher kamen auch Acts wie das Nerd-Duo Early Man ganz recht, da sie Metal ernst nahmen und ihm eine reizvolle Entsprechung des nächsten Jahrtausends zukommen ließen. Das neue Album nun ist allerdings eher nicht mehr reizvoll, sondern die pure Travestie: Thrash Metal wird adaptiert, man hört die Bedeutsamkeit von Kreator, Destruction oder auch Testament raus. Der Rest bleibt allerdings galoppierende Leerstelle. Eine Hommage, ein Gag, beides gleichzeitig? Sorry, zu indifferent – grabt euch wieder ein.
In drei Worten: Hommage / Gag / Neo-Thrash-Metal
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