Philipp Poisel
»Bis nach Toulouse«
[Grönland / Rough Trade / VÖ: 27.08.2010 ]
Text:
Raphael Schmidt
Die fließenden Grenzen zu Seicht-Schmock wie Jack Johnson lassen ein paar Sorgen zu. Aber Poisel klingt nie so, als würde er überhaupt was falsch machen können. Also vertrauen wir ihm einfach.
Die Liebe, Liebe, Liebe! Dieses schmerzhafte Mysterium, besungen von so ziemlich jedem Typen, der jemals eine Gitarre hatte oder auch nur halbwegs einen Ton kann. Gut gemacht ist das ja aber auch das einzige Thema, das richtig berührt – ganz egal, in welcher Art und Weise man es besingt. Denn es gibt einfach immer wieder Sätze, die ergreifen, die klug und stimmig leuchten, die irgendwie sogar wahr sind. So auch bei Wunderkind Philipp Poisel, jenem 26-Jährigen, der bereits mit seinem Debütalbum „Wo fängt dein Himmel an“ Herzen im Sturm eroberte, anders kann man es nicht nennen.
Nun also der bereits heiß ersehnte Nachfolger: Alles erscheint so ergreifend, so klug, so stimmig, so wahr. Mitunter erschütternd traurig, mitunter uplifting ohne Limit inszenieren sich seine zurückgenommen instrumentierten Stücke. Philipp Poisel ist eine schillernde Figur des aktuellen Songwritertums, man kann nur staunen, welche Tiefe und welches Potenzial einem auf „Bis nach Toulouse“ begegnen. Lediglich die fließenden Grenzen zu Seicht-Schmock wie Jack Johnson lassen ein paar Sorgen zu. Aber Poisel klingt nie so, als würde er überhaupt was falsch machen können. Also vertrauen wir ihm einfach.
In drei Worten: Aha-Effekt-Boy / Talent / Songwriter
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