M.I.A.
»Maya«
[XL / Beggars / Indigo / VÖ: 09.07.2010 ]
Text:
linus volkmann
[44 Kommentare]
Semiotischer Terror zwischen Unschuld, Kopfschussporn, Dubstep, Industrial und noch mehr. Schwierig, schwierig.
Sicherlich am auffälligsten bei dieser Platte ist, dass Mathangi Arulpragasam hier alles noch konsequenter auf der Sollbruchstelle ihrer Kunstfigur M.I.A. verhandelt. M.I.A., die smarte Dancefloorwaffe mit geschmeidigem Ethno-Touch auf treibenden Beats, vs. M.I.A., die Provokationsmaschine, die Aussagen trifft, die jegliches Clubfeeling erstarren lassen könnten.
Auf "Maya" ist daher vielleicht folgerichtig nur noch semiotischer Terror. "Born Free", das Kopfschussporn-Video, ist dabei in letzter Konsequenz ein wenig zu platt, Mathangis Aussagen in Interviews sind dagegen immer etwas zu schwammig, und auf "Maya" wird nun auch noch der Beat unbarmherziger, Industrial-lastiger, verquer dubsteppig.
Was soll man jetzt noch mal mit dieser Platte anfangen? Darüber nachdenken, dass Menschen einfach nur wegen roter Haare verfolgt werden könnten? Irgendwie doch noch zu den Beats und paar smoothen Songs hochgehen? Vermutlich alles gleichzeitig. Hey, M.I.A., deine Sollbruchstelle tut mir im Kreuz weh!
In drei Worten: Terror / Step / Hop
Fan werden? Anmelden oder einloggen!
Artikel kommentieren
» M.I.A. - Maya für 8.99€ bei iTunes kaufen
» M.I.A. - Maya bei Amazon kaufen
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren [44]- Mehr Forumsdiskussionen
die konsum jugend 06.07.2010 | 21:53:44
indie
die no.1 der intro redaktions-charts!
die konsum jugend 06.07.2010 | 22:04:03
indie
Is the Sri Lankan musician’s political rap more than just radical chic?
hansmoleman 06.07.2010 | 22:16:28
...behaupte ich mal so.
na, so ein rotz: kann man doch tatsächlich hier keinen backslash setzen...
Editiert von
hansmoleman am 06.07.2010 22:16:45
Editiert von
hansmoleman am 06.07.2010 22:17:38
rockotron 07.07.2010 | 12:54:49
lackaffe
doller kommerzieller selbstmord mit altbekannten quatschtexten.
musimaj 07.07.2010 | 14:31:37
seid wann ist die denn bitte so in mode?
ösel 07.07.2010 | 14:48:49
Polterkowski & Söhne
Seit dem 63. Mai 2005, so kurz nach mittags...
Reverend 09.07.2010 | 18:50:29
war immer aufrichtig
Ich wollt's diesmal nicht mögen, aber bis auf 2-3 Songs (u.a. das öde "xxxo") gefällt mir die Platte doch wieder.
rockotron 09.07.2010 | 19:00:52
lackaffe
echt? "xxxo" ist dir nichts? insbesondere dieser kursierende remix mit der strophe von jay-z ist doch ein prima pop-feger.
drivenstate 09.07.2010 | 19:05:48
ich bin hier falsch
track zwei ließ mich an flying lotus denken. da war eine fiese bohrerfrequenz drin, die ich nicht mehr hören will. wobei.. das war nur auf der anlage im auto, auf kopfhörer war´s geil.
Reverend 09.07.2010 | 22:37:21
war immer aufrichtig
Ich mag diesen Dubstep-Track "Story To Be Told" und den Lickety-lickety-Song.
rockotron 09.07.2010 | 22:41:47
lackaffe
ich mag die krachigen (born free, teqkilla, steppin' up), die poppigen (xxxo, tell me why) und "space".
gnathonemus 09.07.2010 | 23:15:48
toller specht
limited edition, anyone? wenn ja, bringt's die?
rockotron 09.07.2010 | 23:18:49
lackaffe
grrr...meine hard copy ist noch nicht da. hab bei rough trade gepre-ordert. aber ja, die ltd. edition. 4 songs mehr sind druff und ich finde die auch alle recht gut, also kein bloßer ausschuss.
snorej 19.07.2010 | 20:41:02die no.1 der intro redaktions-charts!
ich warte auf den monat wo es keine no.1 gibt.
wegen miserabler veröffentlichungen geschlossen.
das wäre mal was.
ich find ja "haters" super. aber hey, moment mal, dass is ja gar nicht auf dem album?
Reverend 19.07.2010 | 21:02:16
war immer aufrichtig
Die Platte ist nur so halbgut, finde ich. Einige Ausfälle (der Reggaetrack z.B.). Insgesamt ihre schwächste, möchte ich behaupten.
Angemessene Kritik hier.
rockotron 19.07.2010 | 23:13:51
lackaffe
nee, haters hat sie ja nach dieser jämmerlichen posse um den ny times artikel gepostet.
das album wirkt halt insgesamt ein bisschen arg substanzlos zusammengeslappt. vielleicht war das in der vergangenheit ja auch so, aber es hat auf genialistische art und weise funktioniert. irgendwie scheinen die ecken und kanten diesmal arg hart und uneinladend.
edit: die kritik von fact beschreibt es mit disappointingly patchy ziemlich treffend. irgendwie peinlich dagegen pitchfork, die seit monaten wie eine art indie-BILD den ganzen boulevardkäse hochgekocht und jeden tweet seziert haben, um die platte dann mit einer 4.4 abzuwatschen.
Editiert von
rockotron am 19.07.2010 23:18:01
ösel 20.07.2010 | 13:38:18
Polterkowski & Söhne
Bei Pitchfork hast du nur noch Chancen, wenn du dir gern nen Schnörres ins Gesicht malst, und NY-Artpunk mit Disco-Attitüde oder vollbärtigen Jammerlappen-Country aus der bibelfesten Provinz machst. Insofern, geschenkt.
Editiert von
ösel am 20.07.2010 13:38:40
gnathonemus 23.07.2010 | 18:04:23
toller specht
aber immerhin gut, dass ich mir die platte nach dem pitchfork-verriss nochmal angehört und wieder aus dem einkaufswagen geschmissen habe. die is nüscht für mich. ich unterschreibe ebenfalls die fact-rezension.
hansmoleman 23.07.2010 | 19:12:48
...behaupte ich mal so.
ich find die platte töfte!
Silberrücken 10.08.2010 | 12:05:10
ich sag's mal einfach so... die Frau ist nicht talentfrei, aber ihr Talent liegt nicht in der Musik sondern in der aufmerksamkeitsschaffenden Außendarstellung durch plakative Provokation und im Nutzen von Kontakten..
Okay, Grafikerin war sie ja auch vor der Musik-Karriere. Aber wie man immer mal wieder betonen muss. Grafiker sind trotz Ästhetik-Vorteil keine Musiker (und im Exkurs: gute Musikproduzenten nicht automatisch gute DJs).
Man hört wirklich, das heute kaum noch wer ein Instrument gelernt hat, geschweige denn Noten lesen kann, streng genommen machen kaum noch Musiker Musik.
Es geht vielmehr nur noch um gekonnte Anordnung von Samples aus der Popkulturgeschichte , um die passende Haltung zur Zeit und schicke Texturen - und somit nur um Design.
M.I.A. ist da nur das "beste" Beispiel.
Editiert von
Silberrücken am 10.08.2010 12:07:07
Editiert von
Silberrücken am 10.08.2010 12:08:16
hansmoleman 10.08.2010 | 12:26:09
...behaupte ich mal so.Man hört wirklich, das heute kaum noch wer ein Instrument gelernt hat, geschweige denn Noten lesen kann, streng genommen machen kaum noch Musiker Musik.
au weia...
gnathonemus 10.08.2010 | 12:29:05
toller specht
tja, früher ..., ne?
Silberrücken 10.08.2010 | 12:49:40
ja, klingt vielleicht spießig und konservativ,
aber wie geil wäre es, neben allem tollem Sounddesign anno 2010 auch mal wieder aktuelle Musik zu hören, bei der man mitbekommt, dass der Urheber Ahnung von Harmonielehre hatte
Editiert von
Silberrücken am 10.08.2010 12:50:03
hansmoleman 10.08.2010 | 13:02:09
...behaupte ich mal so.
das wird ja immer schlimmer! mal abgesehen davon, dass es allein an dir liegt, welcher auswahl von musik du deine zeit widmest. alles, wonach du dich da gerade zurücksehnst gibt es in hülle und fülle - du musst dich eben nur umhören.
dass "noten lesen können" oder "ahnung von harmonielehre" den besseren musiker machen soll, halte ich ja für eine abenteuerliche einstellung, die hoffentlich im aussterben begriffen ist. und "musiker" ist übrigens wer musik macht, unabhängig davon worin er wie ausgebildet ist.






