Bonaparte
»Spalter: "My Horse Likes You", Pro & Contra«
[Staatsakt / Rough Trade / VÖ: 04.06.2010 ]
Text:
Benjamin Walter,
Olli Koch
Der Band ist gelungen, woran so viele scheiterten: ein ästhetisches Angebot zu liefern an alle da draußen. Von cool bis uncool. Hervorragend!
Pro:
Ich bitte Sie, was soll danach noch kommen? Man kann sich nur verneigen vor Tobias Jundts Konzept Bonaparte, das sich beispiellos gegen jede biedere Eindeutigkeit sperrt. "My Horse Likes You" ist unüberschaubar divers: Souverän verarbeiten Bonaparte die Fasern der Musikgeschichte zu einem Gewebe, dessen immenser Bezugsreichtum seinesgleichen sucht.
Obwohl das Album als offenkundiges Lehrstück der Pop-Musik nicht weniger als komprimiertes Wissen um Sound und Stil anbietet, kann von nervigem Checkertum oder Wichtigtuerei keine Rede sein. Der Grund: Es gibt zwei Ebenen. Die Stücke sind zwar kompositorisch - d. h. musikalisch wie textlich - durchdekliniert und an Feinheiten wahnsinnig reich, vermittelt werden sie jedoch über eine Live-Performance, die gänzlich dem Moment unterworfen ist.
Denn die geilen Gaukler Bonaparte proben ihre Auftritte nicht. Ihre Inszenierungen bringen das Lustprinzip in Stellung und stehen somit in einem produktiven Spannungsverhältnis zur Studio-Situation. Der Band ist damit gelungen, woran so viele scheiterten: ein ästhetisches Angebot zu liefern an alle da draußen. Von cool bis uncool. Hervorragend!
Olli Koch
In drei Worten: Lustprinzip / Probenfrei / Pop-Musik
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Intro 01.07.2010 | 16:44:00
Der Band ist gelungen, woran so viele scheiterten: ein ästhetisches Angebot zu liefern an alle da draußen. Von cool bis uncool. Hervorragend!
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