Wolfgang Voigt - Freiland Klaviermusik Artikelbild (groß)
 
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Wolfgang Voigt

»Freiland Klaviermusik«

[Profan / Kompakt / VÖ: 04.06.2010 ]

Text: arno raffeiner

Popmusik und Avantgardekunst: gehen zusammen endlich wieder eine Etüde tanzen. Piano und Elektronik: gespielt von Wolfgang Voigt.

Man darf sich Wolfgang Voigt als ordnungsliebenden Mann vorstellen. Wo bei ihm Klaviermusik draufsteht, da ist auch Klaviermusik drin. Und zwar, das versteht sich in diesem Fall von selbst, Techno-Klaviermusik, gebaut aus respektlos manipulierten elektronischen Emulationsklängen. Das Ohr des Pianopuristen wird hier im Prozess von Pitch-Shifting und Time-Stretching praktisch gleich mit verbogen. „Autsch!“ sagt der eine. „Neue Hörerfahrung“, der andere.


Wegen solch beherzten, originellen und selbstsicheren Zugriffs auf sein Material galt Voigt in den 90er-Jahren als Avantgardist repetitiver Strukturen, vulgo: Techno. Den Status als großer Innovator deutscher Monotonmusik muss man ihm nicht zwangsläufig immer wieder aufzwingen. Aber mit der „Freiland Klaviermusik“ im verbogenen Ohr könnte man fast nostalgisch werden, so schön folgt das Klimperdurcheinander wieder einer strengen Ordnung – in der Kunst auch Konzept genannt. Der Humor liegt dabei gerade in übertriebener Ernsthaftigkeit und Unerbittlichkeit begraben. Profan gesagt: Man darf zwischendurch auch mal lachen.

In drei Worten: Klavier / Lackklavier / Klackrevier

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