Kap Bambino
»Blacklist«
[Because / Warner / VÖ: 21.05.2010 ]
Text:
Benjamin Walter
Übertriebenes Energielevel auf einem aggressiven Electropunk-Album. Ein weiterer Beitrag zur Partyselbstzerstörung. Sind Kap Bambino niemals müde?
Dröhn, Bumm, Knatter, Knarz – der Versuch, den Sound von Kap Bambino zu verschriftlichen, führt automatisch zu Verkürzung und Comicsprache. Und damit ist die physische Komponente der Band noch unzureichend erfasst. Sie zerrt an den Nerven, lässt Hosen und Röcke flattern und haut aufs Maul. Sicher, Electro-Punk im weitesten Sinne ist immer noch der Partysound der Stunde, und so neu ist das alles nicht, was das Pärchen aus Bordeaux mit Schnauzbart und zerrissener Strumpfhose hier fabriziert.
Dass es beim Konzept „Party“ 2010 aber schon lange nicht mehr um Spaß und harmlose Verrücktheiten, sondern um die größtmögliche Selbstentgrenzung und Zerstörung geht, dafür steht diese Band prototypisch. Und macht dabei keine schlechte Figur. Obwohl „Blacklist“ etwas straighter und hittiger produziert wurde als die bisherigen Underground-Veröffentlichungen und sich süßliche Popmelodien den Platz mit stoischen Suicide-Beats teilen, bleibt das Energielevel hoch. So übertrieben hoch und auf die Zwölf, dass es fast nicht mehr zu ertragen ist. Und das ist ja auch schon wieder interessant. Ein entfesseltes, aggressives und düsteres Partyalbum, bei dem man letztendlich nur eines vermisst: die Müdigkeit zwischen den Schlägen.
In drei Worten: Dröhn / Strumpfhose / Electropartypunk
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