Johnny Flynn
»Been Listening«
[Transgressive / Coop / Universal / VÖ: 18.06.2010 ]
Text:
Martin Büsser
Indiefolk hat auch Großbritannien erfasst, klingt dort aber bodenständiger als Devendra Banhart und Co.
Nach Veröffentlichung seines Debüts „A Larum“ ist Johnny Flynn als Hoffnungsträger einer neuen britischen Indiefolk-Generation gefeiert worden. Mit leicht chauvinistischem Unterton wird auf der Insel seit einigen Jahren immer wieder auf die eigene neue Folk-Szene hingewiesen, nicht ohne einen gewissen Neid darüber, dass das Songwriter-Geschäft in den USA boomt wie seit den Sechzigern nicht mehr. Johnny Flynn sind solche nationalen Grabenkämpfe egal, auf YouTube kann man sehen, wie er ein Stück seines New Yorker Kollegen Jeffrey Lewis covert.
„Britisch“ ist Flynns Musik nur insofern, als dass er irische und keltische Folk-Elemente verarbeitet, dabei aber nie im Traditionalistischen stecken bleibt. Das hört sich ein wenig nach Pogues ohne Punk oder nach Patrick Wolf ohne Glam an, denn stilistische Grenzüberschreitungen sind Flynn weitgehend fremd. Sein Folk bleibt durchweg Folk, allerdings vorgetragen mit einer Frische, die zeigt, mit welcher Unbedarftheit sich heute 20-Jährige diesem alten Genre nähern. Apropos britisch: Es war eine Platte von Bob Dylan, die den damals 13-Jährigen zur Musik brachte.
In drei Worten: Grabenkampf / Unbedarft / Indiefolk
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