Male Bonding
»Nothing Hurts«
[Sub Pop / Cargo / VÖ: 14.05.2010 ]
Text:
Till Stoppenhagen
Bei Male Bonding gerinnen Sahne-Hooks mit Schrengel-Gitarren zu einem irren 30-Minuten-Brocken.
Bekanntes Prinzip, bekanntes Motiv: Zornige, verunsicherte junge Männer greifen zu Gitarre, Bass und Schlagzeug, um die Wirren des Erwachsen-Werdens in die Welt hinauszuschreien: schnell, hart, direkt, ohne lange an den 13 Zwei-Minütern ihres Debüts herumzufeilen. Originell ist das erst mal nicht – macht aber trotzdem teuflisch Spaß, so hemdsärmelig und erfrischend unelegant, wie die drei Londoner Burschen auf „Nothing Hurts“ loslegen.
Hektische Punknummern wie „Years Not Long“ wechseln sich mit Hall-gepimptem, schwebendem Indiepop wie „Franklin“ ab, bis die schrengelige Quasi-Akustik-Ballade „Worse To Come“ den kurzen seltsamen Trip nach einer knappen halben Stunde stilvoll ausfaden lässt. Obwohl sie ihre Songs ganz bewusst schon im Frühstadium für vollendet erklären, gelingen den drei Männerfreunden catchy Hooklines, die den Vergleich zu Hüsker Dü nicht scheuen müssen (auch wenn sie da – noch – ganz knapp den Kürzeren ziehen, aber das kann ja noch werden). Und damit’s nicht zu gefällig wird, kippt der Sound immer mal wieder in Richtung schrulliger Krach. Perfekte Keine-Revolution, aber ein großer Wurf.
In drei Worten: Wild / Schrullig / Hemdsärmel-Punk
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