Surfer Blood
»Astro Coast«
[Kanine / Indigo / VÖ: 04.06.2010 ]
Text:
Felix Scharlau
Trotz maritimer Inszenierung so sehr Surfmusik, wie André Rieu Klassik ist. Aber dennoch absolut hörenswert. Swim!
Gab es im Surf-Rock jemals einen East-Coast/West-Coast-Clash? Wenn nicht, dann jetzt auch nicht. Surfer Blood aus Florida haben ein Hai-Maul auf dem Cover, Strände im Booklet und einen Hit, der „Swim“ heißt. Aber trotz der Klischees könnte hier bestenfalls ein Konkurrenzkampf zu Independent-Neo-Surf-Bands wie Man Or Astro-man? entbrennen. Jenseits der paar Twang-Gitarren, dem Sehnsuchtshall auf der Stimme und bestenfalls angedeuteten Surf-Riffs leben Surfer Blood (wie schon in unserer Rubrik „Neue Bands“ erwähnt) die Erinnerung an 70s-Rock, 90er-Indie, Powerchords.
Zumindest bei „Twin Peaks“, „Anchorage“ oder besagtem Stück „Swim“, das im Netz einen der meistgefeierten Early-Adopter-Rocksongs des letzten Jahres darstellte. Der Rest des Albums gibt sich verspielt, manchmal fast andächtig. So wie „Harmonix“ etwa, ein weiterer Höhepunkt dieser sehr, sehr interessanten Platte. Ob der heterogene Sound aus Power-Rock, Indie und Hall Surf-Rock ist? Klingt Jack Johnson, der von Steve Albini produziert wurde, sich aber einen Tag vor den Aufnahmen durch einen „Unfall“ beide Hände gebrochen hat, nach Surf-Rock? Dann ja.
In drei Worten: Quallen / Florida / Pseudo-Surf-Rock
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