Kele
»Spalter: "The Boxer", Pro & Contra«
[Cooperative Music / Universal / VÖ: 18.06.2010 ]
Text:
Thomas Venker,
linus volkmann
[1 Kommentar]
Kele Okereke alleine zurück in der Bestenliste oder weiter im freien Fall in die Bedeutungslosigkeit? Man ist sich zu "The Boxer" nicht ganz einig und daher ist das Album auch unser Spalter der Ausgabe.
Pro:
Jetzt kann ich es ja sagen: Den Bloc-Party-Kult der Kollegen bin ich zuletzt nur noch aus Mitleid für ihre deformierten Vorlieben mitgegangen. Konnte man sich in echt aber doch kaum noch anhören, diesen unsäglich schlauen Prog-Indietronic. Da wäre ich auch ausgestiegen. Insofern genießt Kele mein vollstes Verständnis für diesen Schritt. Und so klingt auch "The Boxer" gleich weniger geschwollen als "Intimacy".
Statt weiterer Radiohead'isierung gibt es überschäumende Ausflüge in diverse Felder von Dance-Pop. Sogar an Cheesiness und Charts versucht sich Kele, was allerdings durch seine eindringlich wie spröde Art zu singen und durch die doch immer wieder steten Schleifen und Doppelknoten im Songwriting nie Gefahr läuft, als kommerziell geoutet werden zu müssen. Nein, das hier ist einfach ein Album des Aufatmens.
Und weil das so spürbar von Herzen kommt, macht es natürlich auch beim Zuhören Spaß, wenngleich nicht jede angebotene Idee ein Treffer ist. Der Song "Everything You Wanted" aber ist zum Beispiel was, das überdauern wird. Das Ding ist massiv, das ist Bestenliste. Endlich wieder.
In drei Worten: Single / Experiment / Dance
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