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Chrome Hoof

»Crush Depth«

[Southern / Soulfood / VÖ: 04.06.2010 ]

Text: arno raffeiner

Das Ergebnis eines Betriebsunfalls: So was kommt raus, wenn Grace Jones und NoMeansNo gemeinsam mit Freddy Krueger in einem Aufzug stecken bleiben.

Sollte man die seit Jahren im Schrank vergammelnde Kutte mit den Iron-Maiden-Aufnähern und dem Freddy-Krueger-Button vielleicht doch noch mal abstauben und galvanisch mit einer spiegelnden Metallschicht überziehen lassen? Chrome Hoof bieten zumindest den verkleidungstechnischen und musikästhetischen Anlass für eine derartige Discokugel-Überholung der alten Pogotracht: Baukasten-Metal-Jazz, der beim Kostümkauf versehentlich in der Glam-Rock-Abteilung gelandet ist.


Wie ernst man den virtuosen Freak-Jahrmarkt nehmen soll, den die zwölfköpfige Londoner Kapelle veranstaltet, wird schnell klar: bierernst. Hier wird mit Drastikstandards gespielt, bis man schaudert. Allerdings nie auf eine parodistische Art, dafür ist die Band zu sehr ins eigene Muckertum verknallt. Wenn Chrome Hoof etwas persiflieren (und zugleich ausschlachten), dann die Funktionsweisen des aktuellen Musikmarktes. Das Gruseln tippt einem hier so formvollendet, stilisiert und gigantomanisch auf die Schulter wie die einzig angemessene Antwort auf die zunehmende Verspektakelisierung im Konzertbetrieb.

In drei Worten: Metallkutte / Bodenlang / Glitzergrusel

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