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Sage Francis

»LI(F)E«

[Anti- / Indigo / VÖ: 14.05.2010 ]

Text: Martin Riemann

Sage Francis könnte man als begnadeten Rapper/Songwriter preisen, wenn das nicht so scheiße klänge. Sein größter Wurf. Bisher.

Ein MC ist immer nur so gut, wie er seine Persönlichkeit in Szene zu setzen versteht. Geschickt Nachplappern können doch viele, schlaue Leute sind auch zahlreicher vorhanden, als mancher glaubt, und mit Musik kennt sich ohnehin jeder Arsch aus. Nee, ein MC sollte schon etwas mehr draufhaben. Zum Beispiel immer schön was von zu Hause mitbringen. Vor allem den Sound und die Geschichten, auf die man dort wirklich stößt. Sage Francis ist nicht nur mit R'n'B aufgewachsen, sondern auch mit Folk, Country und deren undankbarem Erbe Hardcore.


Diese Einflüsse setzt er so selbstverständlich ein, dass man ihn glatt als Rapper/Songwriter bezeichnen könnte, wenn das nicht so scheiße klänge. Der Rapper Francis ist einerseits ein pointierter Storyteller mit Fokus auf den "Unterleib der USA", andererseits bringt er Autobiografisches mit erleuchtender Intensität rüber. Allerdings dominiert der Kontext nie die Form, d. h., es gibt eine Menge wirklich guter Songs auf "Li(f)e". Wer dabei gleichzeitig so viel von sich preisgibt, kann nur scheitern oder gewinnen. Sage Francis hat gewonnen.

In drei Worten: Sex / Weißbrot / HipHop

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