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Embryo

»40«

[Trikont / Indigo / VÖ: 16.04.2010 ]

Text: Frank Apunkt Schneider

Embryo spielen seit 40 Jahren Weltmusik, die im Mix Identität durchkreuzt. "Abgefahren" im klassischen Sinne der Hippie-Entgrenzungsidee.

Embryo werden 40 - und mit ihnen eine bestimmte Idee von ästhetischer Kosmopolitik. Im Unterschied zur Blut&Bodenständigkeit anderer Rockkrauts haben sie Deutschland immer wieder verlassen, die blinden Flecken der Poplandkarte durchstreift und neue Instrumente, Klänge und Rhythmen mitgebracht. In 40 Jahren hat das sicher viel Vorurteilsmaterial angesetzt: ausgedehnte Spaziergänge auf dem Instrument, Muezzinierung als Effekt, Wallen als Bewegungsform, Jazzrock-Geduldsproben.

Mag sein. Manches auf "40" klingt arg umsonst'n'draußen. Aber dann doch auch immer wieder nach Weird und Free Folk. 2010 erstaunen mich Dichte, Ernst, Konzentration und meinetwegen: Versunkenheit - also Abgefahrenheit im klassischen Wortsinn - dieser Musik. Die komische kirchentagige Selbstgerechtigkeit des Weltmusikkonzepts stellt sich eher selten ein. Ästhetische Identitätskonstruktionen werden im Mix wieder bastardisiert, und das Reine und Eigentliche, das der deutsche Rassismus am Fremden so schätzt, ist hier nur dirty und ambivalent zu haben.

In drei Worten: Wallen / Weltmusik / Bastardisierung

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