Rowland S. Howard
»Pop Crimes«
[Infectious / Pias / Rough Trade / VÖ: 28.05.2010 ]
Text:
Martin Büsser
Er stand stets im Schatten von Nick Cave, zu Unrecht, wie dieses posthume Album beweist.
Er stand stets im Schatten von Nick Cave, der wie ein großer Bruder und Mentor wirkte. Nachdem sich Birthday Party, die gemeinsame Band von Howard und Cave, aufgelöst hatten, spielte er bei Crime And The City Solution und gründete schließlich These Immortal Souls, wo Howard erstmals auch den Gesang übernahm. Im vergangenen Jahr ist er an Leberkrebs gestorben. "Pop Crimes" ist sein Vermächtnis. Auch hier sind die Parallelen zu Nick Cave noch deutlich hörbar: Howards Musik basiert auf einem dunklen, existenziellen Blues mit leichtem Wüstenrock-Einschlag.
Doch im Gegensatz zu seinem wesentlich prominenteren Kollegen hört sich Howard nie prätentiös an, jegliche Form von Selbststilisierung war dem hageren Musiker mit den schmalen Lippen fremd. Ähnlich wie sein ebenfalls viel zu früh verstorbener Kollege und Freund Nikki Sudden hat sich Howard nie um Moden gekümmert, sondern einfach da weitergemacht, wo Birthday Party aufhörten. Auf "Pop Crimes" vermischt sich dieser düstere Einschlag mit einer Spur versöhnlichem Pop, besonders toll sind die eigenwilligen Coverversionen von Talk Talk und Townes Van Zandt. Das letzte herzerwärmende Lebenszeichen eines Mannes, der die Achtzigerjahre nie so ganz verlassen hat.
In drei Worten: Düster / Herzlich / Popwüste
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