Trentemøller
»Into The Great Wide Yonder«
[In My Room / Poker Flat / Rough Trade / VÖ: 28.05.2010 ]
Text:
arno raffeiner
Es führt immer ein Weg weiter in die Unendlichkeit. Nach vier Jahren in "The Last Resort" macht sich Trentemøller mit Album Nummer zwei auf in die Einöde.
Es blendet. Weißer Sand, gleißendes Licht, der Wüstenwind bläst einem scharf Gitarrenklänge um die Ohren. Und mitten im Nichts sitzt Ennio Morricone als Patron der großen Weite. Anders Trentemøller stapft stoischen Schrittes auf ihn los, lüftet seinen Stetson kurz - und geht dann einfach weiter, immer aufs Neue unterwegs in Musiklandschaften, in denen eine Ahnung von Unendlichkeit gefangen ist.
Da verbindet sich Surf-Rock mit Drum'n'Bass zu einem Soundtrack für Tarantino-Science-Fiction, da erzeugen kreischende Lagerfeuerklampfen im Verein mit gehauchtem Gesang dieses gewisse "Sycamore Feeling". Trentemøller auf einzelne Genrebegriffe festnageln zu wollen ist daher nicht unproblematisch. Grob könnte man sagen, dass er an einer Aufladung von Elektronik mit Folk arbeitet. Das lernte man rund um das Jahr 2000 als "Folktronica" kennen. Bei Trentemøller wird daraus allerdings wieder psychedelisch-cinematischer Bombast, der auf seinem zweiten Studioalbum aus dem Nebel der Wälder nun hinaus unter eine sengende Wüstensonne gefunden hat.
In drei Worten: Wüstenklampfe / Morricone / Bombastronica
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