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The Black Keys

»Brothers«

[Nonesuch / Coop / Universal / VÖ: 21.05.2010 ]

Text: Martin Riemann
[2 Kommentare]

Carney und sein „Brother“, der grimmige Auerbach, legen jetzt die Karten offen auf den Tisch wie noch nie zuvor. Im Ergebnis: Rocksoul to the max.

„Wir waren bisher einfach noch nicht reif genug, um zu wissen, wie man ein richtiges Rock’n’Roll-Album aufnimmt. Jetzt war es so weit.“ Simplizität ist das Steckenpferd der Black Keys, das merkt man auch an Statements wie diesem von Patrick Carney. Größtmögliche Transparenz ist das Ideal, dem sie sich im Laufe von gut acht Jahren, immer ihrer Fertigkeit entsprechend, angenähert haben. Was man nicht konnte, wurde weggelassen, Minimalismus fungierte als Methode, nicht als Ziel.


Der Keller, in dem die ersten Platten aufgenommen wurden, war kein „Fuck you“ in Richtung der großen Studios, sondern pure Notwendigkeit. Schwer zu akzeptieren, wenn man seinen Kopf jahrelang zu dem entkernten Skelett-Blues des Duos auf und ab nicken ließ? Aber keine Sorge, der „Less is more“-Ästhetik wurde natürlich nicht abgeschworen zugunsten von Ornament und Pomp. Das sieht man doch schon am Artwork, wo das, was einem jedes Cover irgendwie geschmackvoll beibringen will, einfach in großen Lettern hingeschrieben wurde.

Fast genauso präsentierte sich zwar schon ein problematisches Blues-Funk-Album von Howlin’ Wolf, aber – goldene Regel – was man sich nehmen kann, soll man nehmen. Zum Beispiel den gigantischen Beat des Gary-Glitter-Hits „Rock’n’Roll Part 1“, der in „Howlin’ For You“ so sämig in fuzzgetränkten Swamp Rock mündet wie die Ölpest an die Küsten Louisianas. Darauf angesprochen, beteuert Carney nur süffisant, dass er es „echt fucked up“ fände, dass es auf Drumbeats kein Copyright gebe. Tja, Pech gehabt, Gary, aber ein Schlagzeuger muss es ja wohl wissen. Sowieso legen Carney und sein „Brother“, der grimmige Auerbach, jetzt die Karten offen auf den Tisch wie noch nie zuvor. Gab es vorher nur Winks in Richtung von Underdogs wie Junior Kimbrough oder R.L. Burnside, fallen dem erfreuten Rezensenten nun eindeutige Hinweise zu so unterschiedlichen Sachen wie T.Rex über The Meters bis hin zu dem Wu-Tang Clan (man höre „Too Afraid To Love“) in den Schoß.

Müßige Aufzählerei? Hey, aber nicht, wenn man ein Album vorliegen hat, das wie eine obskure Best-of-Zusammenstellung eines ausgefeilten Connaisseur-Blogs anmutet. Ja, richtig, hier sind endlich mal wirklich nur Hits versammelt. Und wie bereits erwähnt, klingt das Gros davon verdammt nach früher. Das verdeutlicht vielleicht am besten die einzige Coverversion des Albums, der Jerry-Butler-Klassiker „Never Gonna Give You Up“ (laut Carney der kränkste umgedrehte Lovesong aller Zeiten), bei dem es für jemanden, der beide Versionen zum ersten Mal hört, schwierig sein dürfte, festzustellen, welcher zuerst da war. Ja, ein „originaleres“ Album, das nach der goldenen Ära der großen Studios wie Motown oder Stax klingt, kriegt momentan wohl niemand so hin wie die Black Keys. Diese extreme Rückbesinnung zu werten sei anderen überlassen. Ich höre einfach nur ein großartiges Album.

In drei Worten: Funk / Soul / Blues

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  • User: Sportpalast
  • Sportpalast 20.05.2010 | 22:11:21
    Lieblingsmistkerl
    Ich höre einfach nur ein großartiges Album

    ja! ich auch! morgen werde ich´s dann endlich kaufen.

    zu meinem posting hier

    möchte ich noch unbedingt

    "Ten Cent Pistol" - was mich zunächst an die Allmann Brothers und ihr "elizabeth reed" erinnerte. Beides tolle Songs

    "Brothers" und natürlich

    "Tighten up"

    ergänzen.

    nun müsste ich fast alle genannt haben!

    Editiert von Sportpalast am 20.05.2010 22:19:30

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