Young Man
»Boy«
[Kitchen / Bone Voyage / Cargo / VÖ: 30.04.2010 ]
Text:
Klaas Tigchelaar
Die kleine Schrebergartenlawine des jungen Mannes.
Als "mysterious youtuber" wurde Colin Caulfield, der junge Mann hinter Young Man, von Deerhunter und Animal Collective anerkennend bestempelt, weil er Coverversionen ihres Songmaterials im Netz bereitgestellt hatte. Super Basis für Musikbusiness-Seemansgarn, an dessen zerfasertem Ende natürlich die erste eigene Platte steht. Auf der dann neben den Obengenannten durchaus auch Grizzly Bear, Bon Iver, Brian Eno und den Beach Boys Tribut gezollt wird.
In erster Linie aber bewegt sich der hyperaktive Romanistikstudent aus Chicago im klimperig-zurückhaltenden Lo-Fi-Kosmos, wo ein paar übereinandergeschichtete Harmoniestimmen im Aufnahmeprogramm des Laptops schon das höchste der Gefühle sein mögen. Das erinnert häufig an die Tall Dwarfs oder andere Lo-Fi-Pioniere des letzten Jahrtausends, ist gleichzeitig auch ebenso schwer zu greifen. Wie ein gleichbleibender Pegel der Ruhe schwebt Young Man dahin, sieben Songs sind enthalten - genau die richtige Dosis für entspannte Hängematten-Döserei oder andere Tätigkeiten, die mit schönfärbenden Geräuschen bereits ausreichenden Kontrast erhalten.
In drei Worten: Schwebend / Somnambul / Lo-Fi
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