Matzak
»Bring Me The Moon«
[Boxer / Kompakt / VÖ: 30.04.2010 ]
Text:
arno raffeiner
Heißt das noch Eklektizismus, wenn man mit dem Hip-House-MC fett in der jazzy Hotellounge aufschlägt, oder schon Stilbewusstsein? Fragt Leuchtturmwärter Matzak!
Der Franzose Nicolas Matuszczack ist das, was man einen Leuchtturmproduzenten nennt. Er hat den Rundumblick und holt sich von Jazz über R’n’B bis House alles in die gute Stube, was er mit seinem Spotlight so aufscheucht. Im krassen Scheinwerferlicht kriegt jede Genre-Anleihe sofort einen Touch von Glamour verpasst, und überhaupt wird beim Leuchtturmwärter zu Hause nur supersolide gebaut, alles so wuchtig und endgültig hingestellt wie ein Fels in der Brandung.
Man kann Matzaks Tracks deswegen vorwerfen, dass sie nichts Spekulatives mehr in sich haben. Aber bestimmt nicht, dass sie mit unsicherer Hand gebaut wären. Alles pumpt so senkrecht wie eine Eins. Im Eröffnungsstück „On The Sofa“ mit Sängerin Tori stellt Matzak klar, woher er den Schmackes für die Beats holt. Nicht etwa aus der Lounge-Ecke, sondern bei HipHop. Trotzdem geht’s dann von der Straße weg direkt am Türsteher vorbei in den Tech-House-Club, während im dazugehörigen Molekularrestaurant eine Etage höher Jazz mit Live-Elektronik geboten wird. Fett und bekömmlich zugleich? Könnte klappen.
In drei Worten: Fettmenü / Dickhouse / Fleckengefahr
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