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Trans Am

»Thing«

[Thrill Jockey / Rough Trade / VÖ: 16.04.2010 ]

Text: Martin Büsser

Obwohl die alten Damen von Trans Am so fett rocken wie nie zuvor, bringen sie futuristische Elektronik-Sounds auf – inklusive Humor und Distanz.

Neben Tortoise galten sie einmal als Inbegriff von Postrock. Und Postrock, das bedeutete in den 1990ern: eine distanzierte Haltung zu Rock einnehmen, die zu Klischee gewordenen Rock-Posen vermeiden. Heute, mehr als zehn Jahre später, klingen Trans Am dagegen voll nach Schweinerock, der allerdings durch die elektronische Darbietung – vergleichbar mit dem Daft-Punk-Debüt – richtig Freude macht. Alles an diesem Album ist retro-futuristisch, also rückwärts- und vorwärtsgewandt zugleich.


Kompositorisch erinnern die Stücke an die großen Materialschlachten der Siebziger, an Emerson, Lake & Palmer und Electric Light Orchestra, durch den Einsatz von Vocoder und durch die elektronische Verfremdung wird der Bombast jedoch abgefedert, wirkt geradezu obskur. Wilde Trommelwirbel und Keyboard-Space-Kanonen sorgen für einen Irrwitz an Verschwendung, zu dem man sich locker die teuerste Lightshow der Welt vorstellen könnte, doch gleichzeitig sind die Sounds so artifiziell, dass jeder Rockismus-Vorwurf ins Leere läuft. „Thing“ ist pures Sience-Fiction-Spektakel, Hawkwind in Plastik-Ausführung, gigantisch, aber abwaschbar. Kurzum: Schweinerock mit Witz und Stil.

In drei Worten: Plastik / Hawkwind / Rockpost

Termine Trans Am
04.05.2010 Hamburg, Hafenklang » Details | Merken | Anreise
05.05.2010 Berlin, Volksbühne » Details | Merken | Anreise

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