JJ
»No. 3«
[Secretly Canadian / Cargo / VÖ: 16.04.2010 ]
Text:
Felix Scharlau
Wunderschöner Balearic-Pop made in Sweden. So einträchtig und konsistent klingend hätte man Harfen, Steeldrums und billige Synthie-Streicher nie erwartet. Die neuen The xx auf Pop.
Welche soziologischen, klimatischen, esoterischen Klischees sollte man noch bedienen, um zu ergründen, warum aus Schweden so gute Musik kommt? Klar ist: Neben Folk und Indie-Rock war Schweden zuletzt auffallend reich an herausragend produziertem Pop. Ein Göteborger Grund dafür: The Tough Alliance. Die galten bis neulich noch als vermeintliche Gesichter hinter dem neuesten Schweden-Schrei: den bis dato gesichtlosen JJ vom TTA-eigenen Label Sincerely Yours.
Dann wurde publik: Joakim Benon und Elin Kastlander heißen die (noch) Ruhm-Unbelasteten hinter dem luftig-sentimentalen Balearic-Pop. Jener baut auch auf dem zweiten Album eine enorme Fallhöhe auf, indem er Harfen, Glockenspiele, Steeldrums, billige Synthie-Streicher und Mundharmonikas durch den Sequenzer jagt und mit verhuschten, märchenhaft klingenden Elegien verbindet. Elegien, die im Extremfall sogar Cover von The Game und ATC („Around The World“) zugleich sein können – siehe „My Life“. Klingt schrecklich? Ist aber absolut großartig. Momentan sind JJ mit The xx auf US-Tour. Macht morphologisch wie stilistisch Sinn.
In drei Worten: Göteborg / Schlafwandlerisch / Balearic-Pop
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