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Kool Savas

»John Bello Story III«

[Essah / Groove Attack / VÖ: 12.03.2010 ]

Text: Benjamin Walter

Auf dem dritten Teil der John-Bello-Mixtapereihe liegt die Stärke in Savas’ Rap im vollständigen Verzicht auf jede ironische Brechung: Kool Savas ist immer noch der King of Rap.

Kein besonders origineller Einstieg für eine Albumreview, kein Satz, der nicht schon hundert Mal woanders so gestanden hätte und bestimmt kein neuer Blickwinkel auf eine Karriere, die bereits in den Neunziger Jahren ihren Ausgang nahm, und auf den dritten Teil der John Bello-Mixtapereihe. Aber eben auch nicht weniger als die Wahrheit. Die Stärke in Savas’ Rap liegt dabei im vollständigen Verzicht auf jede ironische Brechung, wie sie die Kollegen von K.I.Z.

oder die Atzen gerade so erfolgreich betreiben und die damit das HipHop-Genre für Techno-, Punk und Schlagerfans scheunentorweit geöffnet haben. Diese Tür schlägt die John Bello Story nun gnadenlos wieder zu, ganz ohne lustiges Augenzwinkern. 15 souverän produzierte Stücke, mit einigen aber endlich mal nicht zu vielen Gästen (Olli Banjo, Azad, einem sogar erträglichen Curse, usw.), anrührenden aber manchmal auch etwas peinlichen R 'n' B  Hooks von Moe Mitchell und einem King in Höchstform werden hier abgeliefert. Nach Jahren des gepressten Maschinengewehr-Rapstyles wirkt Savas fast entspannt, ohne an Energie eingebüßt zu haben, man hört ihm wieder gerne zu, anstatt einfach nur umgeblasen zu werden. Seine besten Momente („Weck mich nicht auf“, „Rhythmus meines Lebens“) hat das Album da, wo Savas davon erzählt, womit er sich am besten auskennt. Von Rap, Leben mit Rap und seiner Mission, diese Musik in einer gewissen Ursprünglichkeit zu erhalten. Und Melbeatz fertigt nach „Rap Film“ mit „Mach doch deinen Scheiß“ ein weiteres Samplingkunstwerk an, indem sie originale Klaus Kinski Schimpftiraden so perfekt zwischen die Lines von Savas, Olli Banjo, Kaas und Franky Kubrick setzt, als hätte der Meister selbst mit in der Rapkabine gestanden. Ohne jede ironische Brechung.
Warum der wirklich positive Eindruck dann wieder mit zwei leicht verstörend frauenfeindlichen Stücken („Sei nicht schüchtern“, „Weg nach draußen“) eingerissen werden muss, weiß wohl nur der King selbst. Was Scheiße ist, bleibt auch in diesem Fall immer noch Scheiße, der man höchstens zugute halten könnte, dass sie sich eben nicht hinter Gags versteckt und mit dem Totschlagargument „Ironie“ schöngeredet werden kann. Und so bleibt der unbestreitbar technisch beste Rapper Deutschlands weiter eine streitbare Figur, ein Mann mit Widersprüchen, Fehlern und falschen Ansichten. Kein besonders originelles Ende für eine Savas Review. Aber eben auch nicht weniger als die Wahrheit.

In drei Worten: Chauvi / King / Rap

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