Scary Mansion
»Make Me Cry«
[Talitres / Rough Trade / VÖ: 26.02.2010 ]
Text:
Martin Büsser
Hinter klassischem Songwriting verbergen sich Texte, die einem den Spaß an der Welt verleiden können – subtil, gemein und doch voller Wahrheit.
Leah Hayes begleitet sich selbst mit dem „Thunderstick“, einem dreisaitigen, mit dem Banjo vergleichbaren Instrument. Doch diese Info kann man gleich wieder getrost vergessen, denn im Trio mit Bass und Schlagzeug klingt das alles so satt wie ein vollwertiges Pixies-Album. Auch die Information, dass Hayes ihre Wurzeln in der Antifolk-Szene hat und sich nebenher als Schriftstellerin einen Namen gemacht hat, sagen relativ wenig aus über diese sofort auf den Punkt gespielte Musik, für die zeitgenössischer Songwriter-Folk und Rock problemlos zusammengehen.
„When I think of all the scum inside, I just die“, singt Hayes auf „Scum Inside“, einer Nummer, deren verstörter, trauriger Text typisch ist für dieses außergewöhnliche Trio, das wie ein guter Wein erst mit dem Abgang so richtig Aroma entwickelt. Vordergründig ist das solider, beinahe Mainstream-tauglicher Folkrock, doch die Texte wechseln so sehr zwischen Verzweiflung und bissigem Spott, dass man diese Platte ungern Menschen in einer Lebenskrise empfehlen mag. Subtile Grausamkeit in unschuldigem Gewand.
In drei Worten: Lebenskrise / Empfehlen / Wein
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