Mi Ami
»Steal Your Face«
[Thrill Jockey / Rough Trade / VÖ: 09.04.2010 ]
Text:
andreas schnell
Pure Konzentration aus San Francisco, hyperventilierender No Wave reizvoll an der Grenze zum weißen Rauschen.
Es gibt Bands, deren Musik den beinahe unwiderstehlichen Drang ausübt, die sitzende oder liegende Position zu verlassen, um durch das Zimmer (oder was gerade zur Hand ist) zu springen. Mi Ami gehören dazu. Dabei sind sie zumindest mittlerweile keine „fun time party band“ mehr, wie es ihnen Ohrenzeugen zu früheren Zeiten attestierten.
Die Musik des Trios aus San Francisco ist pure Konzentration: hypnotische polyrhythmische Grooves mit Hardcore-Vehemenz, hyperventilierender Gesang, federnde Basslinien, die tief in Dub wurzeln, eine Gitarrensprache, die immer in hörbarer Grenze zum weißen Lärmen spielt. Und das alles ist auf diesem neuen Album noch nahtloser verschweißt als auf dem Vorgänger „Watersports“, der es auch schon schwer in sich hatte. Klar: Das rekurriert durchaus noch einmal auf jene Episode der Popgeschichte, als in New York ein rundes Dutzend Künstler die Musikwelt auf den Kopf stellte (No Wave, got me?), ist aber nirgends eine Retrosause, sondern setzt an diesem Fixpunkt an, um sich zu einer ziemlich eigenen sperrigen, aber mitreißenden Musik vorzuarbeiten.
In drei Worten: No Wave / Rauschen / Frisco
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