Massive Attack
»Heligoland«
[Virgin / EMI / VÖ: 05.02.2010 ]
Text:
Henrik Drüner
„Heligoland“ funktioniert als ganzes Album, schmückt sinistre Popszenarien formschön aus und wirkt trotz des Studio-Pedanten Del Naja nicht überproduziert.
Das bisherige Output von Massive Attack provoziert flammende Ranking-Spielchen. Welches ist dein Favorit: „Blue Lines“ oder „Protection“? Oder etwa „Mezzanine“? Sieben Jahren nach dem frösteligen „100th Window“ tauen Robert „3D“ Del Naja und Grant „Daddy G“ Marshall mit ihrem fünften Album spürbar auf.
Man würde den Sound heutzutage nicht mehr unter TripHop einordnen – die typischen Merkmale dominieren jedoch weiterhin: verschleppte Tempi, die Songs wie „Flat Of The Blade“ scheinbar alle Zeit der Welt gönnen; blütenreines Schwelgen bei „Paradise Circus“ (mit der tollen ehemaligen Mazzy-Star-Sängerin Hope Sandoval), das im Streicherbombast mündet; oder die rauchige Falsettstimme von Reggaesänger und Dauergast Horace Andy bei „Girl I Love You“. Enttäuschend dagegen die beiden Beiträge von Martina Topley Bird angesichts der bisherigen Zusammenarbeit und ihrer letztjährigen Großtat „The Blue God“.
In drei Worten: Dominanz / Massiv / Verschleppt
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