Jenny Wilson
»Hardships«
[Gold Medal / Playground Music / VÖ: 19.03.2010 ]
Text:
Sebastian Ingenhoff
Black Music über Geburt, Jenny Wilson weiß Bescheid. Sie hat schließlich Baby und Soul.
Vier Jahre nach dem famosen „Love And Youth“ erscheint Jenny Wilsons zweites Album „Hardships“, auf dem sie sich vermehrt an R’n’B und Soul orientiert. Versatzstücke aus dem Kosmos der sogenannten Black Music prallen auf kühl arrangierte minimalistische Arrangements, die sich der klaren, markanten Stimme stets unterzuordnen scheinen. Manchmal klingt das tatsächlich wie die zeitgenössische Version von Kate Bush.
Aufgrund der Geburt ihrer zweiten Tochter ist das offizielle Release von „Hardships“ mehrfach verschoben worden. Der Opener „The Path“ behandelt das Thema Geburt auf seine ganz eigene poetisch-melancholische Weise: „I wanted to be born / So I crawled out in the middle of the night / Out of my mother / I looked at the stars and I looked at the bushes / Then I crawled along the path“, lauten die Anfangszeilen, ehe es im Refrain heißt: „Oh will I always walk alone / Oh man I think so.“ Die Musik ist so betörend und uplifting, dass man manchmal vergisst, wie traurig Wilsons Texte oftmals sind, wie sehr dominiert von dunklen Metaphern. „Hardships“ hat schließlich nichts mit harten Schiffen zu tun, sondern heißt übersetzt Not, Elend. Dieser Schwermut gibt man sich gerne hin.
In drei Worten: Black / Soul / Baby
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