Jona Steinbach
»Alles negieren«
[Cobretti / Broken Silence / VÖ: 19.03.2010 ]
Text:
Benjamin Walter
[2 Kommentare]
Wo man ihn schon gar nicht mehr auf dem Zettel hatte, kommt Jona mit einem Album zurück. Unaufgeregt, opulent und voller Willen.
Bevor ich mich zum neuen, dritten Album von Jona Steinbach aus Köln lobend äußern werde, eine grundsätzliche Anmerkung: Die Geringsten unter den Brüdern und Schwestern der Musik sind, neben Pornorockern und Nazirappern, sicherlich die Kneipenstars und artverwandte Lokalprominenz. Die sich nicht heraustrauen aus dem sicheren Hort der Bewunderung, die sich abgefunden haben mit dem kleinen Ruhm auf der Kleinkunstbühne des Heimatstädtchens. Jona hätte das gekonnt, er hat seinen Kreis an Bewunderern und Fans, er ist als streitbarer Typ, der er ist, auch mal auf die Nase gefallen mit seiner Kunst, seinem Ego und seinen Ambitionen. Er hätte es sich leicht machen können, er hätte sich das alles nicht noch mal antun müssen.
Ging aber nicht, ein neues Album musste her, musste raus, das konnte noch nicht alles gewesen sein. "Alles negieren" ist ein opulentes Werk geworden, sehr zurückgenommen, mit vielen Streichern, Hörnern und getragenem, genuscheltem Gesang, der Jona gut steht und in dem er kleine urbane Dramen erzählt und klare Beobachtungen zwischen Theke, Bett und Straße festhält. So unaufgeregt und mit kühler Schwere über einer kleinteiligen Decke aus Singer/Songwriter-Gitarren, Kammerorchester und zarten Electrobeats, wie man es nur hinbekommt, wenn man aus tiefen Gräben reingewaschen zurückkehrt. Und dann eben weitermacht.
"Es ist nicht das, was du willst und was du brauchst / Und man sieht ein: Man war doch viel mehr in den Gedanken verliebt."
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erden_kurzschliessen 02.03.2010 | 13:56:59
na, so funktioniert der reim natürlich nicht mehr, herr redakteur.
duckstuss 02.03.2010 | 14:30:17
"Unaufgeregt, opulent und voller Willen."
anders gesagt:
leblos, aufgeblasen und aufdringlich.





