Solex vs. Cristina Martinez & Jon Spencer
»Amsterdam Throwdown«
[Matador / Indigo / VÖ: 26.02.2010 ]
Text:
Till Stoppenhagen
Nicht zwingend, aber definitiv charmanter und spannender als Spencers letzte Blues-Explosion-Sachen.
Wollen wir dem beiliegenden Promo-Comic, der uns die Genese dieses hübsch-hässlichen Kleinods erklärt, glauben? Na klar, klingt einfach zu nett: Aus dem Frust über die Schließung ihres kleinen, ehrlichen Amsterdamer Indie-Plattenladens schöpfte Elisabeth Esselink alias Solex die Kraft, endlich mal wieder eigene Songs, die schon lange in der Schublade lagen, nach vorn zu bringen: liebevolle Mixe aus dem schrulligen Zeug in ihren Regalen.
Der Blick aufs Cover einer alten Boss-Hog-LP brachte die Eingebung, wer dem Material den letzten Schliff verpassen sollte: die Aushängeschilder jenes New Yorker Originals, Rumpel-Blues-Beau Jon Spencer und seine diabolische Ehefrau Cristina Martinez. Jahrelang wurden die Analog-Tapes über den Atlantik hin und her geschickt, Solex lieferte das Ausgangsmaterial, Martinez sang Back-ups, Spencer schrammelte, orgelte und gurrte, holländische Rapper kifften im Studio mit. Und irgendwann waren die 16 Collagen fertig. Nicht allzu weit von Spencers üblichem knorrigen, sperrigen Fuzz-Blues entfernt, doch dank Solex mit einer erfrischenden Leichtigkeit und Häppchen von Krautrock, Funk, HipHop und trashigen Grusel-Sounds gesegnet. Nicht zwingend, aber definitiv charmanter und spannender als Spencers letzte Blues-Explosion-Sachen.
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