Der Nino Aus Wien
»Down In Albern«
[Problembär / Hoanzl / VÖ: 20.06.2009 ]
Text:
Manfred Gram
Ein Drahtseilakt, den Nino Mandl (aus Wien, klar) auf seinem zweiten Album »Down In Albern« vollzieht. Vor allem, weil mit aufgedrehtem Spielwitz den verqueren Momenten in allerlei tonalen und sprachlichen Schieflagen ein Forum geboten wird.
Fragt man den 22-Jährigen nach Bezugsquellen, erhält man Namedropping vom Feinsten: Daniel Johnston und die Beatles. Velvet Underground und Syd Barrett. Pete Doherty und Bob Dylan. Klingt arg. Ist es auch – und wird sogar noch auf die Spitze getrieben, wenn sich ein Songwriter daran macht, sich am Pathos von André Heller zu bedienen. Und der ist nun wirklich schon seit Jahren kein hundertprozentiger Sympathiebringer mehr.
Unterm Strich, also am Ende vom Lied, geht sich alles aber immer aus: ob jetzt im Dialekt (»Du Oasch«) an die schönen Seiten des 70er-Jahre-Austropop erinnert oder eine ironisch gebrochene Hymne auf die Langeweile verfasst wird (»Holydays«) oder sich ein beinharter Protestsong als Kinderlied verpackt selbst ad absurdum führt (»Wir ziehen in den Krieg«). Leicht verhuschter Charme hält diese Wiener Melange der Schnoddrig- und Doppelbödigkeit zusammen.
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