Holly Miranda
»The Magician’s Private Library«
[XL / Beggars / Indigo / VÖ: 26.02.2010 ]
Text:
Christian Steinbrink
Leicht macht es die Platte niemandem, sie dockt auch kaum an aktuelle Trends an.
Wer über Holly Miranda spricht, muss mit Sicherheit auch über David Sitek sprechen. Denn der, im Hauptberuf Gitarrist von TV On The Radio, entwickelt sich mehr und mehr zu einer der zentralen Figuren der Kunst- und Musikszene Brooklyns. Nach den Arbeiten zum letzten TVOTR-Album »Dear Science« produzierte er neben anderen die Platten von Telepathe und den Yeah Yeah Yeahs, und auch bei Mirandas Debüt hatte er seine Finger im Spiel. Und das hörbar. Denn die zehn Songs von »The Magician’s ...« erhalten ein Gutteil ihrer Spannung durch den typischen sehnigen Soul, der für Siteks eigene Band ein Wiedererkennungsmerkmal ist. »The Magician’s ...« klingt, als habe Sitek den ursprünglichen Charakter von Mirandas eigentlich recht klarem Songmaterial gehörig umgebogen.
Den an Feist erinnernden Gesang umweben Synthie- und Gitarrenflächen, die Tempi der Stücke scheinen verschleiert von einer Aura von Psychedelik, die man zuletzt auch bei Bat For Lashes fand. Bläser setzen Reizpunkte, die wiederum stark auf glänzenden Soul verweisen. Nichtsdestotrotz bleiben die Songs deutlich mehr Rock als Dance, mit einer Atmosphäre, die sehr subtil zwischen artifiziell und seelenvoll changiert. Leicht macht es die Platte niemandem, sie dockt auch kaum an aktuelle Trends an. Dafür hält sie Stimmungen bereit, die hybride erscheinen und sowohl verwirren als auch faszinieren können.
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