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Baby Dee

»A Book Of Songs For Anne Marie«

[Tin Angel / Indigo / VÖ: 23.02.2010 ]

Text: arno raffeiner
[2 Kommentare]

Das ist die hohe Kunst der Sublimierung. Liebe im Rokokogewand.

Mit Mitte 50 und dem Album »Safe Inside The Day« wurde Baby Dee vor zwei Jahren als große Entdeckung gefeiert. Und dabei schnell in die Kategorie der Verqueer-Exzentrischen einsortiert, wie unlängst in der Tageszeitung Die Welt in einem Rückblick auf die 00er-Jahre als »das Jahrzehnt der komischen Vögel«.

Begründung: »Der schwule Troubadour Rufus Wainwright mit seiner Neigung zu Bombast, italienischer Oper und scheußlichen Anzügen; der dickliche New Yorker Antony Hegarty« und die »geheimen Freuden gewaltsamer Liebe«, schließlich »die Dreirad fahrende, transsexuelle Sängerin Baby Dee, die sich mitunter als Bär verkleidete«. Da wird mit einem Handgriff alles von der Heteronorm Abweichende zum großen Komischvogeltum gestempelt, nur um es in die enge Ecke des schlechten Geschmacks zu verweisen. Die Musik von Baby Dee bleibt davon unberührt.Der Songzyklus für Anne Marie wurde bereits vor »Safe Inside The Day« geschrieben und erschien vor einigen Jahren in Buchform, in einer Auflage von 150 Stück. Nun sah Baby Dee die Zeit gekommen, diese Liebeslieder mit Harfe, Piano und der Hilfe von Arrangeur Maxim Moston neu in Form zu bringen. Und zwar in eine kammermusikalische Form, in der die Intensität der Gefühle stets einem Übermaß an Affektiertheit entspricht. Das ist die hohe Kunst der Sublimierung. Liebe im Rokokogewand.

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  • User: lushnub
  • lushnub 20.02.2010 | 15:36:29
    cheerie poopin' deadies
    Nix Liebe im Rokkoko-Gewand.
    Der alternde Mann - den man nicht mit 90er-Eurodance assoziieren sollte - sing wie Joanna Newsom, obwohl er lieber wie Tom Waits klänge.

    Er ist die Überlackierung des alten Harfenpianos im New Yorker Mini-Schuppen, aus dem er das erste Mal mit Applaus geschickt wurde.

    Überbewertete Replik.

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