Pawel
»Pawel«
[Dial / Kompakt / VÖ: 29.01.2010 ]
Text:
arno raffeiner
Vielleicht ist Ethik genau dann, wenn so was wie Werte plötzlich gute Gefühle verbreitet. Und dann ist "Pawel" wohl das ethischste House-Album ever.
Werte und so was. Die braucht es, sind nämlich wichtig. Hört man immer wieder, will man trotzdem nicht wissen. Ertappt sich aber dabei, wie beruhigend man es findet, wenn die Auseinandersetzung mit Traditionen immer wieder neu für Aufregendes oder einfach Angenehmes gut ist.
Auslöser der aktuellen Ethikdiskussion: Paul Kominek alias Turner alias Pawel, der die Vergangenheit - etwa Steve Reich und das Erbe von Detroit Techno - auf LP-Länge neu entdeckt und darin ein wunderbares eigenes Album vergraben findet. Sein Pawel-Debütalbum, das gar keinen besonderen Titel braucht, weil es pure Essenz ist. Ginge noch reduzierter, muss aber nicht. So ist es genau richtig. Perfekt in seiner Balance zwischen Funktionieren und Berühren. Was Kominek an gewesenen Standards in die Hand nimmt, scheint zwangsläufig aufzublühen und sich von seiner euphorischen, lichten, herzespringenden Seite zu zeigen. Etwa auch das elektronische Singer-Songwritertum von Turner, von dem eine finale und essenzielle Erinnerung im Stück "Wasting My Time" bleibt. Besser als mit diesem Album kann man Zeit kaum verschwenden.
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