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Get Well Soon

»Spalter: "Vexations", Pro & Contra«

[City Slang / Universal / VÖ: 08.01.2010 ]

Text: linus volkmann, Florian Weber
[16 Kommentare]

Get Well Soon ist genauso Genialinsky der hiesigen Indie-Folk-Szenerie wie auch der kleinste gemeinsame Nenner dahingehend, auf wen sich erst mal fürs nächste Jahrzehnt geeinigt werden kann. Seine zweite Platte wird sicher ein Erfolg. Aber kann sie dem anstehenden Trubel überhaupt gerecht werden?

Pro:
Bei klassischen Komponisten spricht man gerne von Schaffensperioden. Wäre Konstantin Gropper alias Get Well Soon also ein wenig früher geboren, würde ihm für "Vexations" von den Feuilletonisten oder Stadtschreibern der damaligen Zeit wahrscheinlich die schwarze Periode auferlegt.


Die pechschwarze Periode. Konnte man die dem Bandnamen inhärente Verheißung auf dem Debütalbum "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon" schon nicht an vielen Stellen ausmachen, scheint es auf "Vexations" fast unmöglich. Die Platte ist so dunkel, traurig und schwer, dass ich sie beim ersten Durchgang kurz unterbrechen musste. Und das soll unbedingt im positiven Sinne verstanden werden. Wann kommt es schon einmal vor, dass einen Musik derart packt? Das Bedrückende steckt in jeder Silbe, in jedem Ton. In jedem? In jedem!


Der Höhepunkt findet sich dabei in "That Love". Die schwere Bläsermelodie in "5 Steps / 7 Words" schlägt unmittelbar aufs Gemüt. In "Seneca's Silence" scheint das klanglich eigentlich muntere Xylophon die Lichter anzumachen, doch in dem Kontext des Stücks arbeiten auch seine Melodiefolgen nur der Melancholie zu. Komposition und Instrumentierung sind noch einmal ausgeklügelter als auf dem Debüt, das bereits als sehr komplex zu beschreiben ist, von Gropper selbst aber in Anbetracht seines neuen Werks trocken als "Anhäufung von Unzulänglichkeiten" bezeichnet wird.

Die Entwicklung in Richtung Pechschwarz darf freilich nicht als überraschend bezeichnet werden, die EP "Songs Against The Glaciation" hat sie bereits mit viel Dunkelheit angedeutet, doch es gab immer wieder Ausbrüche. Diesmal ist Kraft aufwühlender Resignation gewichen. "Vexations" muss in seinem Fatalismus daher überwältigend genannt werden.
Florian Weber

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aus Intro #178 (Dezember 2009/Januar 2010)
 
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  • User: Intro
  • Intro 16.11.2009 | 14:26:00

    Konstantin Groppers zweite Platte wird sicher ein Erfolg. Aber kann sie dem anstehenden Trubel überhaupt gerecht werden?

  • patosch 30.11.2009 | 16:05:50

    Liebe Intro,

    seit wann werden denn Platten vor VÖ-Termin besprochen?
    Und was für eine blöde Kommentareinleitung...

  • ösel 30.11.2009 | 16:17:13
    Polterkowski & Söhne
    Ja du, ich sach dir, das sind schon verrückte Typen hier bei Intro.

  • User: audiollama
  • audiollama 30.11.2009 | 17:08:56

    och, das erste liedchen das man da so zu hören bekommt ist schonmal ganz nett, auch wenn nix neues dabei ist.

  • torchpiece 12.12.2009 | 14:33:36

    Eine düstere Platte? Nun, das ist es NICHT was ich zur Zeit brauchen kann.

  • User: Peter Flore
  • Peter Flore 12.12.2009 | 14:43:45
    Köstlich
    @patosch: Wir besprechen Platten wenn wir sie bekommen. Die physische VÖ spielt dabei nicht zwingend eine Rolle.

  • patosch 12.12.2009 | 14:51:48

    ja, aber es gibt ja auch sowas wie ein "gentlemen's agreement". Andere Journalisten haben die Platte auch schon bekommen und nicht besprochen.

  • User: hatebag
  • hatebag 12.12.2009 | 15:23:54
    You're welcome
    Ich sehe das Problem nicht ganz, sofern es sich um die finale Fassung handelt.

  • User: snorej
  • snorej 12.12.2009 | 19:52:35

    Liebe Intro,

    seit wann werden denn Platten vor VÖ-Termin besprochen?
    Und was für eine blöde Kommentareinleitung...


    meine großmutter hat sich die frage auch immer gestellt. und dann habe ich immer gesagt, pass ma auf omma...

    Was überhaupt ist der Sinn eines Promoversands, außer dass die CD besprochen/gespielt/vorgestellt/etc wird?



    ja, aber es gibt ja auch sowas wie ein "gentlemen's agreement". Andere Journalisten haben die Platte auch schon bekommen und nicht besprochen.


    die würd ich alle vor die tür setzten, job verfehlt!

  • User: linus volkmann
  • linus volkmann 22.12.2009 | 13:06:56
    während du schliefst
    der wille, etwas nicht zu besprechen, bevor es im laden ist, wird ja gemeinhin ausschließlich dann bemüht, wenn die einschätzung negativ ist.
    feiert man etwas durch, wird das auch vier wochen vor vö nicht beanstandet, sondern in die arbeit der plattenfirma zum erscheinungstag gern aufgenommen.
    aber an dieser stelle hier gibt es ja sogar pro und contra. wem dieses eh schon harmonieduselige prinzip bereits zuviel der kritik ist, der sollte seine presse wirklich nur noch selbst schreiben.

    (außerdem ist es ein befehl von peter flore, alles jetzt immer gleich zu machen. das internet wartet eben nicht mehr monate, falls es schon mal wem aufgefallen sein sollte)

  • User: Hauptmann Fuchs
  • Hauptmann Fuchs 22.12.2009 | 20:29:55
    zur Klärung eines Sachverhalts
    wahrscheinlich ist patosch das zweitlogin von Konstantin Gropper und er macht als nächstes eine platte über böse musikkritiker.

    danke übrigens für den readymade-bezug, der erinnerte mich daran, dass ich wahrscheinlich noch eine cd von denen habe, die ich endlich mal entsorgen sollte.

  • User: snegurotschka
  • snegurotschka 23.12.2009 | 01:33:03
    * * * * * * * * * * * * *
    ich persönlich lese gerne kritiken von platten eine kleine weile vor deren veröffentlichung, damit ich schonmal bisschen ansparen kann, nämlich geld und vorfreude.

  • User: Peter Flore
  • Peter Flore 23.12.2009 | 13:23:03
    Köstlich
    @patosch: Es steht den "anderen Journalisten" ja durchaus frei, das ebenfalls zu tun. Von sogenanannten "Kommunikationssperren" halte ich nichts. Wir sind hier ja nicht an der Börse oder handeln mit sensiblen Daten.

  • patosch 23.12.2009 | 18:27:57

    Hm, na gut. Ich dachte nur, es gäbe diesen Code. War das nicht mal so? Aber die Spex hat jetzt ja auch ein super "Briefing" dazu abgegeben.

    Kenne mich aber auch nicht aus und will mich nicht festfahren und irgendwie ist es ja auch egal. Danke also für die Erläuterungen.

    Patrick Kennedy

    Editiert von patosch am 23.12.2009 18:30:51

  • User: snorej
  • snorej 23.12.2009 | 18:55:19

    also wenn jemand die platte scheisse findet, bitte nicht besprechen. ich dachte immer negativ werbung sei spitze?

    ein freund der einen getränkegrosshandel hat erzählte mir mal, dass eine brauerei, die wegen irgendwelchen mist in den flaschen mal neagtiv in der presse genannt wurde nach eben diesen artikel mehr bier verkaufte. den markt soll einer verstehen!?!

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