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Cymbals Eat Guitars

»Why There Are Mountains«

[Memphis Industries / Pias / Rough Trade / VÖ: 23.10.2009 ]

Text: Christian Steinbrink

Das hier ist eine Alternative-Rock-Platte, aber ihre göttlichen Riffs und furiosen Dynamikkanten sind so wundervoll verwoben, dass sie für Krittelei viel zu schade zu sein scheinen.

Wenn irgendetwas diesem erhabenen Debüt der Cymbals Eat Guitars aus New York etwas anhaben könnte, dann nur der Zeitgeist. Dieses elende und launische Ding. Man kann ihn schon jetzt lamentieren hören, dass "Why There Are Mountains" so Neunziger sei, so sehr Modest Mouse und Built To Spill oder so Pavement und The Wrens. Ja, und? Und auch: nein. Klar stimmt es: Das hier ist eine Alternative-Rock-Platte, aber ihre göttlichen Riffs und furiosen Dynamikkanten sind so wundervoll verwoben, dass sie für Krittelei viel zu schade zu sein scheinen. Sie ist so liebe- und seelenvoll gespielt, ohne Kalkül oder trendy Ambitionen, dass sie dem blöden Zeitgeist ganz spielerisch den Wind aus den Segeln nimmt.


Das ist Rock von seiner freigeistigen Seite, hoffnungslos mit Soundideen überladen und doch oder gerade deswegen so brillant und über jede Kritik erhaben. Joseph D'Agostino singt mit seiner hellen, an Isaac Brock gemahnenden Stimme, er strahlt und juchzt abwesend, brüllt und schreit dann wieder ganz gegenwärtig, und zwischendurch kommt dann eine seiner herrlichen Melodien. Das ist Enthusiasmus, das ist kein Masterplan und auch kein Konzept von Performanz. Das ist so wahrhaftig, wie Rocker in den Neunzigern auf Platten und Bühnen noch zu sein glaubten. Fälschlicherweise oder nicht, führt den Diskurs erneut oder lasst es. Und genießt. Ich wüsste keine Rockplatte, die dieses Jahr entscheidend besser gewesen wäre. Auch nicht die des tollen Manchester Orchestra.



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