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»OST - Twilight New Moon/ OST - Jennifer's Body/ OST - Wo die wilden Kerle wohnen«

Text: linus volkmann

Wem Gothic zu düster und kommerziell zu wenig aufgeraut ist und wer aber trotzdem Interesse an Selbsterhebung durch theatralisches Leiden in sich trägt, der schätzt sicher die "Twilight"-Reihe.

Diese Mischung aus Bravo, Dracula und "Breakfast Club". Der neue Teil hält nun Werwolfploitation bereit und zeigt bei der Auswahl der Beteiligten einen extremen Willen zur Credibility: Death Cab For Cutie machen exklusiv rum, genau wie Thom Yorke, Bon Iver, Grizzly Bear, Lykke Li, Muse und die Killers.


Für das, was das alles gekostet haben dürfte, bekäme man in Bonn sicher ein halbes Stadtviertel zum Eigentum. Aber die "Twilight"-Saga ist bereits heute die Cash-Cow fürs nächste Jahrzehnt. Hier muss man es einfach machen wie die Künstler: Surrender to the Multi-Konzern, dessen Argumente bzw. die rangeschafften Bands überzeugen komplett.

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OST - Jennifer's Body
Warner


Bei dem postfeministischen Teen-Slasher "Jennifer's Body" und seinem Soundtrack kommt man zum Glück wieder auf den Boden. Zwar gibt es im kleineren Kontext auch Exklusives (von u. a. Panic! At The Disco), aber insgesamt bleibt nicht mehr als ein zufälliges Sammelsurium an College-Indie-Punk. Braucht man nicht, und der unveröffentlichte Dashboard-Confessional-Song stellt auch keinen Kaufanreiz mehr dar, sondern rückt eher den Niedergang dieser Band weiter ins Licht.

Karen O And The Kids
OST - Wo die wilden Kerle wohnen (Where The Wild Things Are)
Interscope / Universal


Bleiben noch die wilden Kerle (nicht die gleichnamigen Ochsenknecht-Junior-Fußballfilme!) und Karen O. Hier trifft man die sonst so atemlose Sängerin/Shouterin der Yeah Yeah Yeahs - und zwar in völlig anderem Rahmen. Kinderliediger Naiv-Indie-Pop, der eben nicht klingt wie ganz viele der sehnsuchtsvollen Frauenstimmenplatten. Das ist mal eine Metamorphose. Die lohnt sich. Tja, was ist bloß mit dem gierigen, stillosen Melk-Genre der Soundtracks los? Zwei gute Alben von dreien. Eine neue Qualitätsoffensive des Marktes? Angst!




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aus Intro #178 (Dezember 2009/Januar 2010)
 
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