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Alec Empire

»Shivers EP«

[Eat Your Heart Out / VÖ: 15.05.2009 ]

Text: Nina Scholz

Alec Empire lässt den Krach seiner Atari-Teenage-Riot-Zeit hinter sich und versucht das Grauen der Welt mit leiseren Tönen zu entlarven und in Schach zu halten.

Mit der aktuellen EP "Shivers" lässt Alec Empire endlich die erstarrte, vorhersehbare Karikatur seiner (Post-) Projekt-Atari-Teenage-Riot-Zeit hinter sich. In dem Opener "Control Drug" klingt die Vergangenheit zwar noch durch - da pumpen und brodeln einem technoide Riots und Alec Empires Agitation entgegen -, auf dem zweiten Lied, dem titelgebenden "Shivers", wechselt er dann aber komplett den Tonfall. Dort klingen die Melodien, als hätte er die Synthesizer-Harmonien der Weichspülertruppe Air ins Unheimliche gespiegelt. Zwischen diesen beiden Polen oszilliert die ganze Platte.


Die Erkenntnis, die Alec Empires Musik schon immer durchdrungen hat, bleibt somit letztlich unverändert: Angesichts der Welt da draußen darf man nicht rasten und nicht ruhen. Aber eben auch nicht rosten, und deswegen hat er sich ein paar Tricks bei den Indierock-Künstlern abgeschaut, die er in den letzten Jahren produziert hat. Vor allem von der Zusammenarbeit mit dem hybriden, campigen Fabel-Popstar Patrick Wolf scheint er gelernt zu haben, dass nicht nur Treten und Brüllen, sondern auch Lächeln, Singen und Flüstern das Grauen manchmal in Schach halten können und dass der maximale Ausdruck von Wut nicht nur durch maximalen Krach hergestellt werden kann.



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aus Intro #178 (Dezember 2009/Januar 2010)
 
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