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Bettina Köster

»Queen Of Noise«

[Asinella / Broken Silence / VÖ: 23.10.2009 ]

Text: Martin Büsser

"Queen Of Noise" ist kein großer Pop-Wurf, will es wohl auch gar nicht sein, sondern ein persönliches, skizzenhaftes Album jenseits ausgelatschter Hypes.

Den Titel "Queen Of Noise" hat Bettina Köster von John Peel verliehen bekommen. Als ehrfurchtsvolle Referenz, versteht sich. Er war bereits auf ihre erste Band Mania D. gemünzt, die 1981 von Malaria abgelöst wurde. Beide Bands gelten längst als Klassiker, doch auch Klassiker geraten immer mal wieder in Vergessenheit, weshalb Chicks On Speed und Barbara Morgenstern 1999 noch einmal mit Remixen der Malaria-Nummer "Klares kaltes Wasser" nachgeholfen haben, die Gruppe auch beim Club-Publikum bekannt zu machen. Nicht nur für Gudrun Gut, sondern auch für Bettina Köster gab es ein Leben nach Malaria. Sie arbeitete als Filmemacherin und Autorin und meldet sich nun als Musikerin zurück.


Gesungen wird selten, eher handelt es sich um einen tiefen Sprechgesang in Englisch mit hörbarem deutschen Akzent. Nicht weil Bettina nicht singen könnte - dass sie es kann, stellt sie auf der großartigen Piano-(Anti-)Ballade "Pity Me" unter Beweis -, sondern weil sich das wunderbar in die leicht unterkühlte Musik einfügt. "Queen Of Noise" ist voller Referenzen an die 1980er - mal denkt man an Anita Lane, mal an DAF -, zugleich aber auch ein sehr gegenwärtiges Album, das die Aufgeregtheit von Electroclash durch die Coolness von Bettina Kösters neuer Heimatstadt New York abfedert. Es ist die Coolness von Nico, dieses Spiel mit urbaner Distanz, weshalb es auch nicht wundert, dass Köster ihrem Vorbild mit einer Coverversion von "Femme Fatale" huldigt, die deshalb so großartig ist, weil sie eine ganz andere Gangart als das Original einschlägt. Alles in allem ist "Queen Of Noise" jedoch kein großer Pop-Wurf, will es wohl auch gar nicht sein, sondern ein persönliches, skizzenhaftes Album jenseits ausgelatschter Hypes.


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aus Intro #178 (Dezember 2009/Januar 2010)
 
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