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The Mary Onettes

»Islands«

[Labrador / Broken Silence / VÖ: 30.10.2009 ]

Text: Klaas Tigchelaar

Psychedelische 80er-Verklärtheit mit bittersüßen Melodien, die zwar mittlerweile unmodern, aber noch nicht altmodisch klingen.

Das Debüt "Pleasure Songs" des schwedischen Herren-Quartetts lief ja ganz gut und holte mit "Lost" und "Explosions" immerhin eine Beteiligung am endlosen "Grey's Anatomy"-Soundtrack. Da kann die Synthie-Breitwand zwischen a-ha und Echo & The Bunnymen auf dem zweiten Album "Islands" natürlich nicht in der Versenkung verschwinden.

Und so hauen die Männer wieder tüchtig und recht ehrfurchtslos mit klebrigen Klangteppichen, künstlichen Geigenflächen und verhallten Chören um sich, dass es einem die Karottenjeans von unten zuschnürt. Schnell mal geschaltet, denn was bleibt einem überhaupt noch hängen aus den Charts-Schlachten von vor zwanzig Jahren? Genau, die bittersüßen Melodien, die zwar mittlerweile unmodern, aber noch nicht altmodisch klingen. Da kriegen The Mary Onettes geschmeidig die Kurve, segeln sie doch gekonnt um den Zuckerschock herum und entlocken dabei lieber den Retro-Epigonen wie Editors oder Interpol ein High-Five. Coole Checkertum-Medaillen gewinnt man mit dieser Platte zwar nicht, kann dafür aber heimlich ein Stündchen im Rüschenhemd dem 8-Bit-Jahrzehnt nachhängen.


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