Yoko Ono Plastic Ono Band - Between My Head And Sky Artikelbild (groß)
 
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Yoko Ono Plastic Ono Band

»Between My Head And Sky«

[Chimera Music / Indigo / VÖ: 25.09.2009 ]

Text: Thomas Venker

Ein Album wie "Between My Head And The Sky" würde man in seiner Offenheit und Angstlosigkeit gerne von vielen anderen, gerade auch deutlich jüngeren, so mal hören.

Manchmal fragt man sich schon, was da eigentlich falsch läuft in der aktuellen Musikszene. Warum gibt es so wenige, die sich was trauen? Warum lassen sich die meisten Bands und Künstler so sehr auf den einen Sound ein? Wo bleibt die Sehnsucht nach dem Unerwarteten im eigenen Werk - gleichermaßen für die Hörer wie für den Künstler selbst?


Yoko Ono ist 76, hat schon vieles erlebt, sich zwischen Fluxus und Charts rumgetrieben - und will sich trotzdem nicht mit Verwalten zufriedengeben. Ein Album wie "Between My Head And The Sky" würde man in seiner Offenheit und Angstlosigkeit gerne von vielen anderen, gerade auch deutlich jüngeren, so mal hören. Eingespielt mit einem Team aus amerikanischen und japanischen Pop- und Avantgarde-Musikern unter der Regie ihres Sohnes Sean Lennon, gelingt es Ono, sich von jeglicher Berechenbarkeit im Verlauf freizumachen, was umso erstaunlicher ist, als dass die Songs relativ tight entstanden sind, der Legende nach an einem Tag gleich sechs.
Wie hat man sich diese sinnstiftende Heterogenität aber nun vorzustellen? Nun, sie beginnt mit "Waiting For The D Train" verweht kratzrockig, nur um gleich danach mit "The Sun Is Down" einen aufwühlenden Dancetrack nachzuschieben, für den !!! töten würden, wiederum gebrochen mit dem trippigen "Ask The Elephant!", das Fusionjazz und Dub vereint. Und so geht es weiter mit meditativen Stücken (dem getragen-jazzigen "Memory Of Footsteps", dem indisch-bekifften "Moving Mountains" und dem dröhnenden "Calling"), wunderschönem, zwischen Brian Eno und Philip Glass positioniertem Konzeptpop (dem hellglockigen "Healing", dem Pianovortrag "Higa Noboru", dem Pathos-ertränkten "I'm Going Away Smiling", das so urtraurig russisch anmutet und doch so voller Humor ist, nicht zuletzt durch das noch immer japanisch geprägte Englisch der Künstlerin, und auch "Unon. To", das seine Melancholie so unprätentiös zur Schau stellt, dass man sich der Tränen gar nicht mehr schämt, sondern sie als das Normalste auf der Welt verbucht) und Prog-Jazz-Rock (mal eher Sun-Ra'ig wie bei "Hashire, Hashire", mal mehr Spoken-Word-meets-Psychedelic wie beim Titelstück "My Head And The Sky" und "Watching The Rain" oder auch anmutig entschleunigt wie bei "Feel The Sand"). Das letzte Stück, nur 20 Sekunden lang, heißt "I'm Alive" und besteht neben etwas Krach nur aus einer kurzen Wortmeldung der Künstlerin: "It's me, I'm alive." Ja, das ist Yoko Ono. Und wie gesagt: Es ist eine Schande, dass so viele andere, die von Alterswegen im Vergleich mit ihr so viel mehr an Energie in sich tragen sollten, so kraftlose, uninspirierte Werke vorlegen. Vielleicht sollten auch sie mehr über die Vergänglichkeit und die eigene Positionierung in diesem Wahnsinn namens Leben nachdenken, denn, das merkt man "Between My Head And The Sky" nicht nur im Titel an, das hat Yoko Ono.


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