Raz Ohara
»II«
[Get Physical / Rough Trade / VÖ: 23.10.2009 ]
Text:
marco fuchs
Ein schwer atmender Ein- und Ausstieg fürs Nachtleben. Ein minimales und geistreiches Feuerwerk.
Raz, der Däne, hat sich im vergangenen Jahrzehnt gleich zweimal erfunden. Zu Beginn als kunstvoller elektronischer Liedermacher, der mit "The Last Legend" 2001 Songwriting-Miniaturen anbot, um danach im Berliner Nachtleben zu versinken.
Vor knapp zwei Jahren ist er dann wieder aufgetaucht, mit seinem Freund Oliver Doerell an der Seite. Als Raz Ohara And The Odd Orchestra erhoben sie die Kombination aus Songwriting und Elektronik in neue Sphären; ein Geniestreich, dem der aktuelle Nachfolger auf Get Physical ein minimales und geistreiches Feuerwerk hinzufügt. Ein schwer atmender Ein- und Ausstieg fürs Nachtleben, dem das Hit-Potenzial ausgelagert wurde: Die Single "Miracle" ist nicht auf dem Album enthalten.
Namosh
Keep It For Later
Crippled Dick / SPV
VÖ: 06.11.2009

Auf die Komponente "Hit" hat der ebenfalls seit zehn Jahren dort lebende Namosh wie Raz Ohara verzichtet. Bisher stets ein Garant für Krawall, zieht sich "Keep It For Later" auf sprödere Soundflächen zurück. Bass, Perkussion und Gesang versammeln sich in Traumlandschaften und lassen die Bassdrums von "Moccatongue" von Minute zu Minute immer deutlicher als Fehlgriff erscheinen. Denn hier im Synthie-Rausch flackern die Tracks von Namosh weitaus schöner auf. Parallel zum neuen Werk hat er zudem gemeinsam mit Peter Thomas das Orchester-Album "Pleurer Et Rire" aufgenommen. Weinen oder lachen, Namosh steht in beiden Fällen für Letzteres.
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