Moto Boy
»Moto Boy«
[Songs I Wish / Al!ve / VÖ: 02.10.2009 ]
Text:
Martin Riemann
Simpel, sphärisch und over the top emotional, immer hart an der Grenze zum Kitsch zieht einen Moto Boy in seinen schrägen Bann.
Aus Malmö, Schweden kommt jetzt jemand mit richtig viel Herz und Schmerz in der Stimme: Moto Boy, ein Junge mit einer Gitarre und einer Stimme. Klar, es gibt auch Schlagzeug und ein paar hübsche Spielereien, aber der Sound funktioniert eigentlich auch ohne: Simpel, sphärisch und over the top emotional, immer hart an der Grenze zum Kitsch zieht einen Moto Boy in seinen schrägen Bann.
Man fühlt sich an solche Könige der Verzweiflung wie Roy Orbison, Bobby Vee oder Ricky Nelson erinnert, danach hat sich ja kaum jemand mehr so ins Zeug gelegt. Außer natürlich Legionen von grauenhaften Schlagersängern aus aller Welt. Aber dieser Plastikhölle entkommt der Schwede durch eisernen Purismus und eben seine klare, ungekünstelte Stimme, d. h., wer dazu heult, wird nicht total verarscht, sondern in den Arm genommen. Auch gut: Der Mann lässt Spieluhren mit einem seiner Gitarrenriffs herstellen und packt sie zum Verkauf in schöne Holzkisten. Das ist echt guter Geschmack.
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