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Vladislav Delay

»Tummaa«

[The Leaf Label / Indigo / VÖ: 21.08.2009 ]

Text: Thomas Bläsen

Die sieben Tracks auf "Tummaa" sind ausufernd, bauen sich ruhig und langsam auf, erzeugen im Hörer wundersame Bilder und neue Klangwelten.

Düsteres Geplucker. Knarzen. Eine Fläche, die immer irgendwie verwandelt wiederkehrt. Ein Beat, der in seine kleinsten Einzelteile zerlegt ist. Dann eine traurig-jazzige Klaviermelodie. Es zischt, schnarrt, pluckert, bricht wieder und immer weiter. "Melankolia" heißt das erste Stück der neuen Vladislav Delay und bedarf keiner weiteren Übersetzung oder Erklärung. Man spürt direkt: Das hier ist große Kunst, ist episch, krude und folgt neben aller Experimentierfreude einer formalen Linie.


"Tummaa" (finnisch für Dunkelheit, Düsternis) vermeidet im Vergleich zu anderen Vladislav-Delay-Produktionen das Synthetische, Maschinell-Elektronische, wendet sich mehr (bearbeiteten) akustischen Soundquellen zu, bleibt aber gewohnt fragmentiert, mit Sasu Ripattis (a.k.a. Delays) Gefühl für Rhythmik und Atmosphäre versehen. Die sieben Tracks auf "Tummaa" sind ausufernd, bauen sich ruhig und langsam auf, erzeugen im Hörer wundersame Bilder und neue Klangwelten. Mehr Jazz, weniger Techno und Dub - aber ein wiedererkennbarer Vladislav Delay, der auf neuen Pfaden zu alten Wurzeln zurückfindet: Ripatti ist nämlich ausgebildeter Jazz-Drummer. Ganz groß: die entschleunigte Dubstep-Dekonstruktion in "Toive" und das schöne "Musta Planetta" - der dunkle Planet. Gute Reise!

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