Cobra Killer
»Uppers & Downers«
[Monika Enterprise / Indigo / VÖ: 23.10.2009 ]
Text:
Nina Scholz
Cobra Killer setzen auf "Uppers & Downers" der Eintönigkeit der meisten Electroacts Tempoverfeinerungen, leisere Maschinensounds und Altlasten wie Thurston Moore entgegen.
Das Duo Cobra Killer hätte sich Russ Meyer in seinen wirrsten Träumen nicht besser ausmalen können, weswegen sich Gina V. D'Orio und Annika Line aus dem Geiste des von ihnen verehrten Pin-up-Schmuddelfilmers einfach selbst erfanden. Verbunden mit anderen Lieblingsversatzstücken ihrer popkulturellen Biografie wie dem Westberlin der Vorwendezeit oder der New Yorker Industrialszene der 90er kreierten sie ihr Bühnen-Duo als bewusst performten Rockzirkus.
Mit dem Electroclash-Hype Anfang des Jahrhunderts wurden sie bekannter, auf "Uppers & Downers" manifestieren sie jetzt ihre Version von Electro. Vergangenheit, popkulturelle Zitate und Gastauftritte von männlichen Rockaltlasten wie J Mascis und Thurston Moore sind für sie, genau wie das Pin-up-Auftreten, nur Antwortmöglichkeiten auf die Frage, wie man heute noch dirty und krawallig sein kann, ohne sich dabei ständig zu wiederholen. Sie haben sich aus der Zeitschleife befreit, indem sie auf Verfeinerungen maschineller Klänge und den Einsatz ihrer Stimmen als weiteres Instrument gesetzt haben. Mit zartem, leisem Singen und Downtempo-Schlagzeug-Einsatz erschaffen sie eine technoidere, swingendere und gleichzeitig komplexere Kälte als vergleichbare Acts, die auf noch mehr Machinensurren und -stampfen setzen.
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