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Warp20

»Warp20 Chosen & Warp20 Recreated«

[Warp / Rough Trade / VÖ: 25.09.2009 ]

Text: Thomas Bläsen




Na, wenn das kein Anlass zum (sich selbst) Feiern ist: Warp wird 20! Erst mal vom Fantum übermannt: Danke für die tolle Zeit! Als Präsent für alle gibt es nun eine Jubiläumsbox mit ordentlich Style und Schnickschnack für den (gut situierten) Sammler-Nerd.


Ein Vorgriff in diese Box: "Warp20 Chosen" und "Warp20 Recreated", beides Doppel-CDs, liegen bereits vor. Toller Marketing-Joke anbei: Die Fans des Labels konnten für "Chosen" im Netz abstimmen, welcher Artist mit welchem Material vertreten sein wird. Ich war übrigens etwas enttäuscht hinterher, aber gut, so verhält sich das mit der Demokratie. Warp-Ko-Founder Steve Beckett stellt dem dann seine persönliche Best-of-Compilation gegenüber. Herausgekommen sind zwei ganz nette bis tolle Mixtapes auf CD (klingt unsexy, ist es aber eigentlich nicht). Bei Beckett zieht sich dezent ein roter Faden durch die Geschichte des Acid bzw. dessen bunten Blüten. Dabei findet er mit dem immer noch großartigen "Drane" von Autechre einen stimmigen Ausstieg.


Viel spannender wird es auf "Warp20 Recreated", wo sich insgesamt 21 Warp-Acts um ihre Labelmates kümmern. Ganz toll daran: Leilas Coverversion von Aphex Twins "Vordhosbn" und John Callaghans Interpretation von Autechres "Tilapia". Stücke, die mit ihren Vorlagen genial kommunizieren, sie reduzieren bzw. transformieren. Wenn aus Autechre die besseren Postal Service werden oder Aphex Twin in Richtung neue Musik geschubst wird, indem Leila ihn ohne Beats und am Klavier aufführen, nur von sparsamstem Sample-Einsatz unterstützt, dann entstehen große Momente. Tim Exile macht uns mit Jamie Lidells "A Little Bit More" den steileren Timberlake, Clark quirlt, bollert und splattert Milaneses Garage-infiziertes "So Malleable" dschungelfiebrig durch den Drill'n'Bass-Wolf, Autechre erklären ihre eigenen Anfänge fast schon selbst in der Rekreation von LFOs legendärem "What Is House". Pivots Version von "Colorado" und Seefeels "Acrobat" von Maximo Park sind stille Höhepunkte.

Jedes Stück, jeder Track zeichnet sich durch eine intelligente oder humorvolle Herangehensweise aus. Eigentlich klar, hätte es doch sonst enttäuschte Gesichter auf der Feier gegeben. Jetzt aber tanzen die Neuronen. Macht einfach weiter so, bitte! Und her mit der kompletten Box.







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aus Intro #177 (November 2009)
 
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