The Longcut
»Open Hearts«
[Melodic / Indigo / VÖ: 09.10.2009 ]
Text:
Klaas Tigchelaar
Drei Krawallbrüder schaffen süße Symphonien aus Manchester und Noise.
Runde Nummer zwei für den Brecher aus Manchester, der mal so gar nicht nach dem wabernden Joy-Division-Pathos der Stadt klingt. Vorrangig wird nämlich schmerzhaft-kantiger US-Krachrock der 90er ausgegraben, mit omnipräsentem Bassgerammel, durchdringend-ätzenden Gitarrenflächen und hypnotisch aufgeschichteten Vocals.
Was ja zur heimlichen Abwechslung immer Spaß macht. Das Trio präsentiert sich sogar über das Aggressionspotenzial hinaus mit gescheiter Verve, streut die korrekte Menge Melodiefetzen ein und hantiert nebenbei mit einer Portion Britische-Musiklegenden-Sympathie. Am Ende des Bastelkurses kreieren The Longcut so einnehmend überstülpende Klangkosmen, deren Süße vor allem aus der stetigen Wiederholung und verschmiert-aufgeputschten Bedröhntheit gewonnen wird. Interessantes Entdecker-Album mal wieder (produziert vom Kumpel und Nine-Black-Alps-Gitarristen David Jones), das trotz aller Hoffnung wohl bloß erneut im feingliedrigen Nirwana der Lärm-Fetischisten seinen Ehrenplatz finden wird.
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