Lou Barlow - Goodnight Unknown Artikelbild (groß)
 
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Lou Barlow

»Goodnight Unknown«

[Domino / Indigo / VÖ: 02.10.2009 ]

Text: Christian Steinbrink

Nichts Neues, aber trotzdem der Hit für alle, die Indierock wirklich zu lieben glauben.

Schon mal aufgefallen? Man hetzt von Newcomer zu Newcomer, wittert überall die nächste große Sensation und verbucht mangels Kapazität verlässliche Größen viel zu leicht unter "bewährt", "nichts Neues mehr" oder, am Schlimmsten, "ausgebrannt, weil nicht gebreakt".


Nicht nur ein Problem dieses Magazins. Man muss ja nicht gleich zweimal im Jahr Dylan aufs Cover hieven. Aber man muss: Typen wie Lou Barlow beachten. Auch wenn er seit Jahren auf dünner werdender Welle surft, auch wenn sich seine Alben mehr und mehr gleichen. Denn jedes einzelne von ihnen erreicht, auch wenn man es völlig unvermittelt auflegt, eine unvergleichliche Sinnlichkeit, die von den ganzen Jungen maximal ein Bruchteil schafft. "Goodnight Unknown" ist ein Album, über das es höchstens in Nuancen etwas Neues zu sagen gibt. Veteranen wissen schon alles Notwendige, Frischlingen müsste man ganz von vorne vordeklinieren, um wen und was für eine Kunst sich es hier handelt, und dafür fehlen Platz und Zeit dies- und jenseits des Schreibtisches. Deshalb ganz überspitzt: Barlow produziert sich wieder als der allein gelassene Naivling und hat mithilfe von Dale Crover und Lisa Germano, anderen vergessenen 1990er-Größen, Songs aufgenommen, für die andere töten würden. Man muss nicht jedes seiner Alben als Loobie, Sebadoh oder Folk Implosion kennen, aber jedes hat seinen Mehrwert und bietet die Option auf einzigartige Assoziationen. "Goodnight Unknown" ist so gut wie die meisten anderen Barlow-Alben, und es steht nun mal gerade in den Regalen - wieso also nicht hier zugreifen?



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