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Bad Lieutenant

»Never Cry Another Tear«

[Triple Echo / Coop / Universal / VÖ: 09.10.2009 ]

Text: Henrik Drüner

Sumner & Co. treten geschmackssicher New Orders Erbe an, ohne auch nur eine Träne zu vergießen.

Man kann nicht von Bad Lieutenant schreiben und New Order unerwähnt lassen. Allein durch die Besetzung mit Bernard Sumner und Phil Cunningham steckt zu viel Vergangenes in der gegenwärtigen Nachfolgeband. Oder ist es doch nur ein Seitenprojekt, weil das Ende vor zwei Jahren nur von Bassist Peter Hook verkündet wurde?


Neu im Revier ist der bislang recht unbeachtete Sänger James Evans, der neben Gastmusiker Alex James (Blur) und dem früheren Joy-Division-Drummer Stephen Morris ein lupenreines NO-Gefühl verhindert. Um im Raster zu bleiben: "Never Cry Another Tear" klingt eher nach Electronic als nach dem einstigen Sideproject Monaco, setzt dank dreier Gitarristen nahtlos an die letzten superben NO-Alben "Get Ready" und "Waiting For The Sirens' Call" an, hat aber ebenso Anflüge von mediokren Werken wie "Republic". Je nach Tagesform schwanken die Songs zwischen dahinplätscherndem Popkitsch ("Running Out Of Luck", "Runaway") und mitreißendem Popkitsch (Single "Sink Or Swim", "Dynamo") mit Herrn Sumners untrüglichem Gespür für Melodieführung. Guter Lieutenant, böser Lieutenant. Bei "Summer Days On Holiday" meint man sogar, Johnny Marr zu hören. Wohl nur eine akustische Täuschung, hervorgerufen durch das Nostalgieübermaß.

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